DGZMK-Präsident Schliephake mit Kongressergebnis zufrieden

Über 3000 Besucher in Frankfurt / Neues Konzept hat sich bewährt

Frankfurt/Düsseldorf. Eine "insgesamt sehr zufrieden stellende Bilanz" zog der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), Prof. Dr. Dr. Henning Schliephake, für den Deutschen Zahnärztetag 2011 und den daran angeschlossenen Wissenschaftlichen Kongress der DGZMK, der das Thema "Richtig entscheiden in schwierigen Situationen - Risikoerkennung und Risikomanagement" aus verschiedenen fachlichen Blickwinkeln beleuchtete. Insgesamt konnten über 3000 Besucher in Frankfurt begrüßt werden, was in etwa den Erwartungen entsprach. "Unser Dank gilt dem Quintessenz Verlag für die wieder hervorragende Organisation, den beiden gastgebenden Landeszahnärztekammern Hessen und Rheinland-Pfalz sowie allen, die am gelungenen Ablauf beteiligt waren", so Schliephake, der außerdem die gemeinsame Zusammenarbeit mit der Bundeszahnärztekammer lobte.

"Unter anderem spricht die Tatsache, dass der große Hörsaal bis zum Schluss gut gefüllt war, für das 'neue' Konzept des Zahnärztetages. Auch am Freitag waren beide großen Hörsäle gut besucht", sah sich der DGZMK-Präsident bestätigt. "Die Zahl der Teilnehmer war natürlich nicht dort, wo sie im letzten Jahr war", so Schliephake weiter, "aber für einen Kongress, der nicht primär auf Teilnehmer aus den mitgliedsstarken Gesellschaften wie DGKFO und DGP baut, war der Besuch absolut akzeptabel. Es ist ja vor allem Aufgabe der DGZMK, die Kolleginnen und Kollegen anzusprechen, die sich keiner der großen Gesellschaften zugehörig fühlen."

Im Mittelpunkt der Wissenschaftlichen Pressekonferenz zum Deutschen Zahnärztetag stand die Präsentation des neuen Internet-Wissensportals owidi (Orales Wissen Digital), dass die DGZMK gemeinsam mit der Akademie Praxis und Wissenschaft (APW) initiiert hat, und das ab Mitte Dezember freigeschaltet werden soll. Unter Beteiligung des Quintessenz Verlages, des Deutschen Ärzte-Verlages sowie von Springer Medicine entsteht hier eine intelligente Internet-Multimediathek, die es dem Zahnarzt in der Praxis erleichtern soll, bei bestimmten Fragestellungen schnell und zielgerichtet Hilfe zu erhalten. Des weiteren dient owidi als Fortbildungsplattform und bietet zum APW-Programm parallel online-Angebote sowie die Gelegenheit zum kollegialen Meinungsaustausch via Foren oder direktem Kontakt. Auch alle APW-Kursunterlagen stehen online zur Verfügung, in eigenen Kursräumen können Referenten und Teilnehmer sich austauschen.

In der gemeinsamen Eröffnungsveranstaltung in der Frankfurter Paulskirche begrüßte DGZMK-Präsident Schliephake gemeinsam mit dem Präsidenten der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel, sowie dem Vorstandsvorsitzenden der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Jürgen Fedderwitz, die Gäste und ehrte den diesjährigen Millerpreisträger Dr. Moritz Kebschull sowie Prof. Dr. Dr. Hans-Jörg Staehle (Uni Heidelberg, DGZMK-Ehrenmedaille) sowie Prof. Dr. Dr.h.c. Georg Meyer (Uni Greifswald, Goldene Ehrennadel der DGZMK) für ihre Verdienste um die DGZMK. Gastredner war der Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frank Schirrmacher, der sich in seinem gut einstündigen Vortrag mit der Überalterung der Gesellschaft und den daraus erwachsenden Risiken auseinandersetzte.

In seiner Rede wies DGZMK-Präsident Schliephake auf die exponentielle Wissenserweiterung im Bereich Zahnmedzin hin und stelle u.a. fest: "Zahnmedizin ist heute längst über den intraoralen Reparaturbetrieb, der unserem Fach oft so gerne unterstellt wird, hinausgewachsen. Umso bedauerlicher ist es aus Sicht der wissenschaftlichen Fachgesellschaften, dass die Neufassung der Gebührenordnung hier einen so rückwärtsgewandten, restriktiven Charakter bekommen hat, der aus medizinischer Sicht aber auch so gar keine Perspektive zur Weiterentwicklung einer modernen, präventionsorientierten Zahnheilkunde erkennen lässt." Lob gab es für die Arbeit an der Neufassung der Approbationsordnung Zahnmedizin, sie befinde sich auf einem guten Weg.

Zu den Herausforderungen der Zukunft zählte Schliephake "die Notwendigkeit der interdisziplinären Integration." Sie sei heute mehr denn je eine konstante Herausforderung in der Zahnmedizin geworden. Die demographischen Veränderungen in der Bevölkerung seien einerseits mit einer Verschiebung der Krankheitsbilder durch eine Zunahme parodontaler Erkrankungen und altersbedingten Veränderungen in der Mundhöhle verbunden und andererseits durch eine erhebliche Zunahme von Begleiterkrankungen der Patienten geprägt. Schliephake: "Die zahnärztliche Behandlung in der täglichen Praxis ist daher heute sehr stark von medizinischem Denken geprägt, um Risiken im Behandlungsprozess erkennen und eine individuell an die Komorbiditäten der einzelnen Patienten adaptierte Strategie entwerfen zu können. Diese komplexen Konstellationen erfordern Wissen und Erfahrung." Zu diesem Wissen trug auch der Wissenschaftliche Kongress bei, der speziell ein auf die Praktiker ausgerichtetes, interdisziplinäres Programm bot.

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