Tarifeinigung

Ärztegehälter steigen um 3,6 Prozent

Die Tarifverhandlungen für Ärztinnen und Ärzte sind inzwischen abgeschlossen, ein weiterer Streik konnte umgangen werden. Vor wenigen Tagen kamen die MB und die TdL zu einer gemeinsamen Entscheidung

Am Samstag, den 5. November 2011, kamen die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) endlich zu einer akzeptablen Einigung des Ärztetarifes. Der für den am 7. November 2011 geplante Ärztestreik konnte daraufhin abgesagt werden.

20.000 Ärztinnen und Ärzte an Uni-Kliniken erhalten ab dem 1. November 2011 ein um 3,6 Prozent höheres Gehalt. Für die Monate Juli bis Oktober 2011 soll eine einmalige Summe in Höhe von 350 Euro nachgezahlt werden. Ab dem 1. Januar 2012 soll der Stundenlohn für nächtliche Arbeitszeiten von einheitlich 1,28 Euro auf jeweils 20 Prozent des Gesamtgehalts angehoben werden. Wie der MB mitteilt, sei es ihm wichtig, vor allem den Nachtdienst der Medizinerinnen und Mediziner angemessen zu honorieren. “Dieser Zeitzuschlag kann nicht in Freizeit abgegolten werden”, heißt es im Wortlaut der TdL.

Auch für Ärztinnen und Ärzte im Justizvollzugsdienst wird der Tarifvertrag zu Beginn des kommenden Jahres gültig. Die neue Tarifvereinbarung ist mindestens bis zum 28. Februar 2013 verbindlich. In der Regel sind Tarifverträge ein bis zwei Jahre gültig und werden stets an die aktuelle Wirtschaftslage angepasst. “Die Ärztegehälter steigen im Gleichschritt mit der Wirtschaftsentwicklung”, erklärte MB-Chef Rudolf Henke im Interview mit der Frankfurter Rundschau. Über die Länge der Laufzeit eines Tarifvertrages gibt es keine rechtsmäßigen Vorschriften.

Ursprüngliche Forderungen

Der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring, gleichzeitig TdL-Vorsitzender vertritt die Meinung, dass das Ergebnis ein guter Kompromiss ist, so die Presse der TdL. Laut Henke waren die Forderungen nach höheren Ärztevergütungen an den Bestimmungsrahmen des Finanzministers gebunden. Henke hatte einen höheren Prozentsatz für die Gehaltserhöhungen gefordert. Ein niedriger Prozentsatz würde seiner Meinung nach die finanziellen Defizite nicht ausreichend ausgleichen können.

Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB)

Die MB ist eine Gewerkschaft für Gesundheits- und Berufspolitik, die sich für alle angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland einsetzt. Auf der 120. Hauptversammlung, die vom 4. bis 5. November 2011 stattfand, plädierte der MB dafür, dass Beruf und Familie, in einer modernen Führungs- und Mitarbeiterkultur, besser miteinander vereinbar sein sollen. Vor allem jüngere Ärztinnen und Ärzte wünschen sich eine solche Konstellation. Sind gute Arbeitsbedingungen und Lebensqualität am Arbeitsplatz gegeben, so würde die Gesundheit und die Motivation nachhaltig gefördert werden, erklärt die MB-Presse.

Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL)

Der Verband TdL vertritt die Interessen der Arbeitgeber in 14 Bundesländern in Deutschland. Mitglieder, die nicht im TdL sind, sind Berlin und Hessen sowie weitere Medizinerinnen und Mediziner an verschiedenen Uni-Kliniken.

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