Organspende

Regierung fördert Organspende in Deutschland

AllerBürger sollen mindestens einmal im Laufe ihres Lebens gefragt werden, ob sie Organspender sein wollen

Der Bundestag möchte bis zum Ende dieses Jahres mit allen Fraktionsvorsitzenden einen gemeinsamen Gruppenantrag zur Organspende vorlegen. Ziel sei es, in Deutschland nachhaltig mehr Organspender zu gewinnen. Demnach soll jeder Bürger mindestens einmal mit der Frage konfrontiert werden, ob er Organspender sein möchte oder nicht. In Deutschland warten jedes Jahr etwa 12.000 Menschen auf ein Spendeorgan wie Niere, Leber, Lunge oder Herz. Rund 1000 Menschen sterben, weil ein Mangel an geeigneten Spendeorganen besteht.

Beantragt ein Bürger künftig einen Führerschein, eine Versichertenkarte oder einen Personalausweis, soll er gleichzeitig Stellung dazu nehmen, ob er zu einer Organspende bereit ist. Bislang ungeklärt bei der Regelung ist allerdings, ob bei einer unterlassenen Antwort eine Organentnahme nach dessen Tod möglich sein soll, wenn Angehörige dem zustimmen. Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages, der die Bedürfnisse der Gesellschaft unterstützt, verweist darauf, dass der Gesetzgeber in das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen nicht eingreifen solle. Der Gesetzgeber könne eine solche Entscheidung „weder verlangen noch anordnen“, so der Petitionsausschuss. Fachlich wird die Regelung als „Entscheidungslösung“ bezeichnet. Dabei kann auch festgehalten werden, ob die Spendebereitschaft auf bestimmte Organe oder Gewebe eingeschränkt werden soll. Ebenso darf namentlich eine Person genannt werden, die diese Transplantationen erhalten soll.

Modell einer Selbstbestimmungslösung

Im Oktober stellte die Bundesärztekammer das „Modell einer Selbstbestimmungslösung zur Einwilligung in die Organ- oder Gewebespende“ vor. Dieses Modell dient seitdem zur Vorlage für die politischen Entscheidungsträger. „Maßgeblich für das Modell ist der Respekt vor der Selbstbestimmung des Einzelnen in einer konkreten Entscheidungssituation. Diese Orientierung am Grundprinzip der Autonomie ist gegenüber anderen im Bereich der Organtransplantation diskutierten Ansätzen in ethischer und rechtlicher Hinsicht vorzuziehen“, erläutert die Bundesärztekammer.

Bundeseinheitliche Informationen/ Aufklärung

Weiter hält die Bundesärztekammer in diesem Schreiben fest, dass insbesondere die Bevölkerung aufgeklärt werden soll. Über die Fachbehörde Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) sollen bundeseinheitliche Informationen zu den Themen der Organ- und Gewebespende erarbeitet werden.

Der Organspendeausweis

Der Organspendeausweis ist bisher als Klappkarte erhältlich und passt in jede Brieftasche. Er kann über die BzgA erworben werden, z.B. im Internet unter „www.organspende-info.de“. Viele Ärzte und Apotheken bieten ebenfalls einen Organspendeausweis an.

Transplantationsgesetz (TPG)

Eine weitere rechtliche Voraussetzung für eine Organspende in Deutschland ist der Hirntod. Seit das Transplantationsgesetz (TPG) 1997 eingeführt wurde, dürfen einem Menschen Organe entnommen werden, wenn dessen gesamte Hirnregion funktionsunfähig ist.

 

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