Analyse

Sanfter Druck beim Thema Organspende

Dass ihm das Thema Organspende am Herzen liegt, hat Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) seit dem Beginn seiner Amtszeit immer wieder betont. Sein Ziel ist, mehr Menschen dazu zu bringen, Organspender zu werden und diese Entscheidung im Organspendeausweis zu dokumentieren.

Jedoch ob die Bürger aber zu einer Entscheidung über ihre Spendebereitschaft aufgefordert werden sollen, ist zwischen der Koalition und der SPD umstritten. Der Bundesgesundheitsminister spricht sich nun dafür aus, die Bürger wiederkehrend mit dem Thema zu konfrontieren und nicht auf Zwang und Druck zu setzen. Außerdem möchte er Bund und Länder dazu verpflichten, Bürger bei der Ausgabe von amtlichen Dokumenten wie Personalausweisen oder Führerscheinen auch einen Organspendeausweis und entsprechende Informationen mitzugeben.

Einen anderen Umgang mit dem Thema sieht ein Gesetzesentwurf in Wales vor. Tritt das Gesetz wie geplant 2015 in Kraft sind alle Waliser Organspender solange sie sich nicht bewusst dagegen entscheiden. Wales wäre somit das erste Land in Großbritannien mit dieser Regelung. Befürwortende Ärzte hoffen, dass dadurch eine verstärkte Diskussion über das Thema entfacht wird. Gleichzeitig räumt die Gesundheitsministerin Lesley Griffiths jedoch ein, dass dadurch in der Praxis nicht automatisch ausgeschlossen ist, dass Menschen ein Veto zur Organtransplantation von verstorbenen Familienangehörigen einlegen.

In einem Punkt scheinen Bahr und Griffiths dieselbe Beobachtung zu machen: in der Theorie scheint der Wille zur Organtransplantation bei vielen Menschen vorhanden zu sein. Welche der beiden Ansätze in der Praxis letztendlich fruchten und vor allem wie die Betroffenen darauf reagieren, wird die Zeit zeigen.

 

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