17. Klimakonferenz

„Klimawandel gefährdet Existenz von Menschen“

Die Hälfte aller CO2-Emissionen kommt aus den Schwellenländern – darunter leidet die Gesundheit aller Menschen

Die 17. Klimakonferenz ist in der südafrikanischen Stadt Durban eröffnet worden. Zwei Wochen lang wollen fast 200 Deligierte über Lösungen verhandeln, wie der Klimawandel aufgehalten werden kann.
Die Wetterextreme, die der Klimawandel mit sich bringt, sind für die Gesundheit kritisch. Während der letzten zwei Jahrzehnte wurden in der WHO-Region Europa 112.000 Todesfälle aufgrund von Naturkatastrophen gemeldet. Der Klimawandel trägt zu einem immer häufigeren Auftreten von Hitzewellen, Überschwemmungen und Dürreperioden bei, was zu einer zusätzlichen Belastung der Gesundheitssysteme und Gesellschaften führt“, so Dr. Srdan Matic, Koordinator für Umwelt und Gesundheit des Regionalbüros für Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einer Pressemitteilung des Bundeministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU).
Im Januar 2010 hatte Sturm-Tief „Daisy“ vor allem den Norden Deutschlands im Schneechaos versinken lassen. Im Westen und Südwesten wütete das Orkantief „Xynthia“ mit über 120 km/h. Insgesamt kamen dabei sieben Menschen ums Leben. Auf den Kälteeinbruch Mitte Juni, der sogenannten Schafskälte, folgte im Juli eine Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 38 Grad, gefolgt von einer intensiven Regenperiode im August, die gebietsweise zu Überschwemmungen führten.
Zwar scheint bei den teilnehmenden Staaten Einigkeit darin zu bestehen, dass der Klimawandel eine globale Herausforderung ist, die bekämpft werden muss. Der Handlungsdruck scheint größer denn je zu sein. Das Zeitfenster zur Reduzierung des Temperaturanstiegs auf maximal zwei Grad ist nur für kurze Zeit offen, informiert das BMU.
„Wir kommen in einer Zeit zusammen, in der die Auswirkungen des Klimawandels die Existenz von immer mehr Menschen gefährden. Afrika ist eine der Regionen, die diesen Einflüssen gegenüber am Verletzlichsten ist. Viele Afrikaner leiden leider unmittelbar an den Folgen des Klimawandels“, so Christiana Figueres, Generalsekretärin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), in der Eröffnungsrede zur 17. Klimakonferenz.
Wie allerdings dieses Ziel erreicht werden soll, das ist noch immer umstritten Ungeklärt ist, welche Staaten wieviel Verantwortung übernhemen sollen.
Deutschland und die EU verfolgen das Ziel eines neuen umfassenden Abkommens. Das teilen allerdings nicht alle Staaten. Ein Durchbruch und Vertragsabschluss ist daher zurzeit nicht abzusehen. Daher sehen Deutschland und die EU einen mehrstufigen Ansatz vor. Dadurch sollen Institutionen und Voraussetzungen für die erforderliche Transformation geschaffen werden.
Wie Figueres mitteilt, geht es auf der diesjährigen Konferenz vor allem um zwei Dinge: Die Aufgaben der letzten Klimakonferenz (COP 16) sollen erfüllt werden und es sollen Antworten auf die Fragen gefunden werden, die in Cancun offen geblieben waren.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) wird am 5. Dezember an der Konferenz teilnehmen. In einerm Pressemitteilung äußert er sich: „Wir können den Klimawandel nur dann wirksam begrenzen, wenn sich alle großen Verschmutzer daran beteiligen und sich zu wirksamen Reduktionen verpflichten. Leider sind die USA, China, Indien und andere Schwellenländer aus politischen oder ökonomischen Gründen dazu nicht oder noch nicht bereit. Der Klimaschutzprozess ist in einer schwierigen Situation. Doch selbst wenn es mühsam ist: Der Klimaschutzprozess ist ein Marathonlauf, bei dem jeder Schritt der Mühe wert ist. Auch Durban wird uns hoffentlich ein Stück voranbringen.“
Es sei wichtig, so der Bundesumweltminister, dass mit zunehmendem wirtschaftlichen Wachstum der Schwellenländer auch deren politische und ökologische Verantwortung wachse. Die Hälfte der globalen Emissionen kommt aus den Entwicklungs- und Schwellenländern – die Tendenz steigend. Die Frage sei, so Röttgen, ob sie sich auf eine Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes einlassen. „Globale Verhandlungen über ein globales Problem brauchen eine globale Antwort, deshalb halten wir am Ziel eines rechtlich verbindlichen Klimaabkommens fest. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels können wir aber nicht abwarten, bis sich die Weltgemeinschaft geeinigt hat. Wir müssen daher parallel handeln und die in Chancun beschlossenen Maßnahmen, wie die Operationalisierung eines Klimafonds, umsetzen“.

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