Analyse

Neues Virus – Biowaffe vs. Forschungsfortschritt

Es ist der Stoff, aus dem Hollywood-Streifen gemacht werden: Forscher entwickeln ein tödliches Virus und der Kampf von reiner Wissenschaft gegen Politik und Militär beginnt

Sollen die Forschungsergebnisse alleine dem Verständnis und der Bekämpfung von Viren dienen? Oder aber sind sie primär als Kriegswaffen geschaffen – ob für die Seite der selbsternannten
„Guten“ oder der „Bösen“?

In diesen Tagen gewinnt diese seit der Entwicklung der Forschung und der fortstreitenden „Subtilität“ der Kriegsführung immer präsente Frage an Aktualität. Nach Angaben internationaler Medien ist es Forschern gelungen, ein äußerst gefährliches Virus im Labor zu entwickeln.Dieses, so wollen die Medien wissen, kombiniert die gefährlichen Eigenschaften des sogenannten Schweinegrippe-Virus (H1N1) sowie des Vogelgrippevirus (H5N1).

Entwickelt haben den Krankheitskeim holländische Forscher um Ron Foucher und amerikanische Forscher um Yoshihiro Kawaoka. Dafür haben sie den H5N1 Vogelgrippe-Stamm gentechnisch verändert, so dass er genauso ansteckend wurde wie das Schweinegrippe-Virus. Es ist über die Luft durch Tröpfcheninfektion übertragbar und wurde an Frettchen getestet– über die Hälfte starb an den Folgen der Infektion.

Allerdings – so liest man auch – sollen die genauen Ergebnisse der Experimente nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Aus Angst vor Bioterrorismus – so heißt es. Das ist auch der Grund, weshalb die Publikation der genauen Ergebnisse der wissenschaftlichen Experimente im Fachmagazin Science noch immer vom NSABB (National Science Advisory Board for Biosecurity) blockiert wird. Die „Bauanleitung“ eines solchen Virus` soll schließlich nicht in die falschen Händegeraten.
Das Thema entzündete eine Diskussion unter Forschern. Kernfrage dabei: überwiegen die Nutzen oder die Gefahren bei der Verbreitung von prekärem Wissen? Sollten nicht alle Forscher Nutzen haben von den Erkenntnissen, welche genetischen Elemente die schnelle Verbreitung begünstigen, um in Zukunft neue Viren schneller feststellen zu können? Wenn aber viele Forscher an dem gefährlichen Risiko arbeiten, erhöht sich damit nicht gleichzeitig das Risiko, dass das Virus das Labor verlässt – die Frage nach dem bewussten Einsatz für einen
Moment außen vor gelassen? In diesem Fall hat das Science Magazin das letzte Wort – zu erwarten ist ein Drahtseilakt.

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