Immunabwehrsystem

Neu erforschte „Verteidigungsstrategie des Immunsystems“

Das Immunsystem des Menschen besteht aus zwei verschiedenen Abwehrmechanismen. Dabei verfügt das angeborene Abwehrsystem über ein ebenso flexibles Abwehrsystem wie das erworbene Verteidigungssystem

Das angeborene Abwehrsystem des Menschen, welches mit Makrophagen-Zellen ausgestattet ist, besitzt ein ebenso flexibles Verteidigungssystem das erworbene Abwehrsystem, das Lymphozyten-Zellen enthält. Zu diesem Ergebnis gelangten Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim und der Universitätsmedizin Göttingen. Mit einem solchen Verteidigungssystem, das aus angeborenen und erworbenen Abwehrmechanismen besteht, kann das menschliche Immunsystem fremde Organismen bzw. Substanzen identifizieren und abwehren. Makrophagen, auch Fresszellen genannt, wurden vor 130 Jahren vom Nobelpreisträger Ilja Iljitsch Metschnikow entdeckt.

Bislang wurde angenommen, dass Makrophagen im Gegensatz zu den Lymphozyten unselektiv auf äußere Reize reagieren. Aus diesem Grund sollen Makrophagen – nach dem bisherigen Wissensstand – kein immunologisches Gedächtnis haben. Gedächtniszellen des erworbenen Immunsystems reagieren auf wiederkehrende Reize. Ein als gefährlich erkannter Kontakt löst eine produktive und selektive Immunantwort aus. Ungefährliche Reize verhalten sich dagegen unselektiv, sie begünstigen eine Immuntoleranz.

Anhand ihrer aktuellen Arbeit erkannten die Wissenschaftler, dass Makrophagen zu Evolutions-Zeiten des Menschen die gleichen Mechanismen besaßen wie die Lymphozyten. Die neu entdeckte Makrophagenpopulation bildet eine Brücke zwischen dem angeborenen und dem erworbenen Immunsystem, vermuten die Forscher. Sie könnte gegen makrophagenabhängige Entzündungskrankheiten eingesetzt werden. Dazu gehören z.B. Atherosklerose, Schlaganfall, Herzinfarkt und Krebs.

„Die Erkenntnisse aus dieser von Kollegen Kaminski und Mitarbeitern durchgeführten Arbeit sind unbedingt wegweisend und werfen gleichzeitig viele neue Fragen auf: Wie umfangreich wird das immunologische Repertoire von diesen Makrophagen genutzt, und wieweit sind sie tatsächlich „lernfähig“? Die Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen könnte die Behandlung von vielen Erkrankungen grundlegend verändern und ist schon deshalb nicht hoch genug einzuschätzen“, so Professor Dr. Michael Neumaier, Direktor des Mannheimer Instituts für Klinische Chemie in der Pressemitteilung der Universitätsmedizin Mannheim

Makrophagen

Makrophagen, die sogenannten Fresszellen, gehören der Gruppe der weißen Blutkörperchen an. Sie können Erreger in sich aufnehmen und zerstören. Ebenso sind sie in der Lage durch bestimmte Stoffe wie Chemokine oder Cytokine weitere Bereiche des Immunsystems zu aktivieren.

Lymphozyten

Lymphozyten sind Blutzellen, die überwiegend als weiße Blutkörperchen vorhanden sind. Sie sind maßgebend für die Abwehr von Krankheitserregern. B-Zellen und T-Zellen sind die bedeutendsten Lymphozyten.

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