Kinderschutzgesetz

Einigung beim Kinderschutz: Familienhebammen werden ab 2012 vom Bund finanziert

Nachdem drei Jahre lang ein neues Kinderschutzgesetz zwischen Bund und Ländern zur Diskussion stand, ist nun eine Einigung erzielt worden. Der Deutsche Hebammenverband begrüßt das Gesetz, das schon am 1. Januar 2012 in Kraft treten und vor allem immer wieder auftretenden Kindesvernachlässigungen entgegenwirken soll.

Lange wurde um ein neues Schutzgesetz für Kinder in Problemfamilien gerungen. Nun ist klar: Der Bund wird dauerhaft die Kosten für sozialpädagogisch geschulte Familienhebammen übernehmen, die bis zu einem Jahr nach der Geburt die Kinder betreuen und die Eltern in Erziehungsfragen beraten. Dies teilten Familienministerin Schröder und Mecklenburg Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) in dieser Woche mit.

Demnach will der Bund der Bundesinitiative Familienhebammen und dem Netzwerk Früher Hilfen im Jahr 2012 bereits mit 30 Millionen Euro in den Ländern unter die Arme greifen. Im Jahr 2014 sind 45 Millionen Euro angesetzt und 2015 sollen jährlich 51 Millionen Euro für den Hebammen-Einsatz fließen, um eine erweiterte Betreuung und Beobachtung durch die Hebammen mit Zusatzqualifikation zu gewährleisten. Ab 2016 soll ein Fond für die Übernahme der Kosten sorgen. Etwa jede zehnte Geburt gelte unter Experten als möglicher Konfliktfall, sagte Schröder. Zur Unterstützung dieser reiche das veranschlagte Geld aus.

Grundlegend für die Anstrengungen eines neuen Bundeskinderschutzgesetzes waren mehrere tragische Todesfälle vernachlässigter Kinder vor etwas mehr als drei Jahren, so etwa der von Kevin in Bremen und Lea Sophie in Schwerin. Der Deutsche Hebammenverband begrüßte am Donnerstag in einer Stellungnahme die Entscheidung des Bundes, dauerhaft Geld für die Arbeit der Familienhebammen zur Verfügung zu stellen.

Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes, äußerte: „Zwischenzeitlich stehen in allen Bundesländern gut ausgebildete Familienhebammen zur Verfügung und der Bedarf an ihnen ist groß. Aus zahlreichen Anfragen wissen wir, dass die Kommunen nicht mehr auf Familienhebammen verzichten können, um Neugeborene und Kleinkinder vor Vernachlässigung und Gewalt zu schützen. Deshalb ist es gut, dass es endlich eine gesicherte  Finanzierung gibt.“  Aufgrund einschlägiger Erfahrungen auf diesem Gebiet sowie bereits geleisteter Vorarbeit wünscht sich der Verband nun, dass seine Expertise bei der Ausgestaltung des Gesetzes mit einbezogen wird.

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