Silikon-Skandal in Frankreich

Regierung ruft fehlerhafte Implantate zurück: 30.000 Betroffene allein in Frankreich

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Defekte Silikon-Implantate sorgen für eine enorme Rückrufaktion in Frankreich. Wie die Zeitung „Libération“ berichtet, müssen 30.000 Frauen ihre Implantate austauschen lassen. Die Produkte des Herstellers Poly Implants Prothèses (PIP) können aufgrund ihrer billigen Verarbeitung zu Rissen neigen und so letztendlich das Krebsrisiko erhöhen. Bei acht Frauen mit PIP-Implantaten wurde bereits Brustkrebs festgestellt. Forschungsministerin Valérie Pécresse kündigte an, dass die Kosten für die Explantation (die Entfernung der defekten Implantate) von der französischen Sozialversicherung übernommen werden sollen. Wer allerdings für den Ersatz aufkommen soll, ließ sie offen. Der Hersteller wird es wohl nicht sein, PIP ist in Konkurs gegangen und hat seinen Betrieb eingestellt. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen das Unternehmen.

Da das Unternehmen der größte europäische Hersteller von Silikon-Implantaten war und 80 Prozent seiner Ware in 60 Länder exportiert hat, ist davon auszugehen, dass der Skandal sich noch weiter ausbreitet. So ist bereits bekannt, dass fünf Ärzte in Österreich mit Implantaten des südfranzösischen Herstellers gearbeitet haben, wie derStandard.at berichtet. Es ist nicht auszuschließen, dass auch Frauen in Deutschland von dem Risiko, PIP-Implantate zu tragen, betroffen sind.

Kommentare

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  1. Ich finde es ungeheuerlich, dass es soviele verschiedene Informationen gibt, Frankreich raet den Frauen die Implantate entfernen zu lasse, es seien tickende Zeitbomben, Deutschland mal wieder ganz typisch warnt vor Panik, ich selbe trage diese Implantate und finde es einfach nur eine Frechheit, wie mit der Gesungheit tausender Frauen gespielt wird, nur weil mal wieder Niemand die Kosten tragen will.