Epidemie

Vogelgrippe: Neue Fälle in Bangladesch und China

Gerade als niederländische Wissenschaftler auf neue Erkenntnisse zur Vogelgrippe stoßen, tauchen neue Fälle des H5N1-Virus in Hongkong und Bangladesch auf. Die US-Regierung zensiert die Studie – aus Angst die neuen Erkenntnisse über die Vogelgrippe könnten den Weg hin zur Bio-Waffe ebnen. Zufall?

Niederländische Forscher des Erasmus Medical Centers in Rotterdam haben weitere aufschlussreiche Erkenntnisse zur genetischen Sequenz der H5N1-Vogelgrippe herausgefunden, berichtet Bloomberg. So legt die Studie  unter anderem dar, welche Veränderungen man an dem Virus vornehmen müsste, um sie unter Menschen zu verbreiten. Aus Angst, Terroristen könnten die Informationen zum Bau einer biologischen Waffe missbrauchen, wurde die Veröffentlichung der Einzelheiten von Seiten der US-Regierung unterbunden. Die Zensur wurde direkt von dem National Science Advisory Board für Biosicherheit angefordert.

Während Forscher und Experten über die Gefahren der Studie diskutieren, tauchen neue Fälle der gefährlichen Viruserkrankung auf. Bloomberg meldet Vorfälle in Hongkong, China – die Zeitung Xinhua hingegen spricht von erkrankten Tieren in Bangladesch.

Nachdem ein mit dem tödlichen H5N1-Vogelgrippevirus infizierter Huhn-Kadaver auf einem Großmarkt in Hongkong auftauchte, hatte die Regierung sofort Schutzmaßnahmen eingeleitet. Bereits 17.000 Vögel wurden getötet und  der Verkauf sowie Import von Geflügel wurde für 21 Tage gestoppt.

Die Regierung war jedoch bis heute nicht in der Lage festzustellen, ob das infizierte Tier eingeführt wurde oder aus der heimischen Landwirtschaft stammt, erklärt York Chow, der Minister für Ernährung und Gesundheit heute. Dennoch seien alle Hühnerfarmen erst gestern überprüft worden – ohne Auffälligkeiten. Die 30 Farmen weisen alle keine Fälle der Vogelgrippe auf.

Yuen Kwok-Yung, der Vorsitzende für Infektionskrankheiten an der Universität Hongkong beteuert: „Hongkong hat weltweit den besten H5N1-Notfallplan“. Ebenso die Krankenhäuser der Stadt sind in Alarmbereitschaft, wie Bloomberg berichtet.

Doch Hongkong ist derzeit kein Einzelfall. Auch in Bangladesch wurden neue Fälle der Vogelgrippe festgestellt, gibt die Zeitung Xinhua bekannt. Bereits Mitte November – zum Einbruch der Wintersaison – wurde in Bangladesch ein erster Ausbruch der Vogelgrippe nachgewiesen. Ähnlich wie in Hongkong reagierte die Regierung mit der Tötung von 14.000 Vögeln und Zerstörung von 50.000 Eiern.

Doch die Wintersaison sei die gefährlichste Zeit, in der die besten Bedingungen für die Krankheit herrschen würden, erklärte ein Beamter. Bisher sind vier Regionen des Landes von dem Virus betroffen, darunter Farmen im Umkreis von Manikganji und Rajbarbi.

Noch sei keine Rede von einer gefährlichen Epidemie oder Eskalation. Trotzdem sei weiterhin Vorsicht geboten: Der Virus ist noch aktiv und könne sich auf weitere Teile des Landes ausbreiten.

 

 

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