Neues Medikament

Zusatznutzen von „Ticagrelor“ konnte bestätigt werden

Pharmahersteller AstraZeneca bringt den neuen Wirkstoff Ticagrelor unter den Namen Brilique auf den Markt. Vom G-BA wurde ein beträchtlicher Zusatznutzen dieses Arzneimittels nachgewiesen – erstmals findet seit dem AMNOG eine Preisverhandlung zwischen einem Pharmaunternehmen und den Krankenkassen statt

Beim Wirkstoff Ticagrelor, der bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen helfen soll, konnte jetzt vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ein beträchtlicher Zusatznutzen nachgewiesen werden. AstraZeneca ist der Pharmahersteller, der als erstes Unternehmen mit den Krankenkassen über den Preis des Arzneimittels verhandeln wird. Ticagrelor wird unter den Namen Brilique vermarktet, wie die Presse von AstraZeneca bekannt gibt. Innerhalb der nächsten sechs Monate muss die Preisverhandlung abgeschlossen sein. Falls es zu keiner Einigung kommt, wird ein Schiedsgericht den Preis des neuen Medikaments festlegen.

Seit das Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG) am 01. Januar 2011 in Kraft getreten ist, müssen die Pharmaunternehmen für alle neuen Arzneimittel den Zusatznutzen gewährleisten. Auf diese Weise sollen die Kosten für die vom Arzt verschriebenen Medikamente teilweise oder ganz von den Krankenkassen übernommen werden.

Bevor eine Zusatznutzenbewertung stattfindet, liefert das Pharmaunternehmen dem G-BA zum neuen Medikament die dazugehörigen Studiendaten mit. Anschließend beauftragt der G-BA das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), ein Gutachten über den zusätzlichen Nutzen des neuen Arzneimittels zu erstellen, im Vergleich zu den bisher vorhandenen Medikamenten auf dem Markt.

Mit Hilfe eines vorgegebenen Kriterienkataloges wird entschieden, ob kein, ein geringer, ein beträchtlicher oder ein erheblicher Zusatznutzen vorliegt. Anhand des Ergebnisses wird der Preis des Arzneimittels festgelegt. Wenn ein Zusatznutzen vorliegt, verhandelt der GKV-Spitzenverband, der die Interessen der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen vertritt, mit dem Hersteller den Preis. Für den Fall, dass kein Zusatznutzen vorliegt, weist der G-BA das Medikament einer bestimmten Festbetragsgruppe zu und legt auf diese Weise den Preis fest.

Als das neue AMNOG noch nicht existierte, konnten die Pharmahersteller den Preis selbst vorgeben. Oft waren die Medikamente, bei denen kein Zusatznutzen nachgewiesen wurde, sehr teuer. Mit dem AMNOG werden die Preise der Medikamente gesenkt. Ein Arzneimittel, bei dem ein Zusatznutzen bestätigt wurde, darf mehr kosten als ein Präparat, bei dem kein Zusatznutzen bestätigt wurde.

 

Der beträchtliche Zusatznutzen von Ticagrelor

 

Bei Ticagrelor konnte ein beträchtlicher Zusatznutzen bei einer instabilen Angina pectoris und einem Myokardinfarkt ohne ST-Strecken-Hebung nachgewiesen werden. Verglichen wurde Ticagrelor mit dem Medikament Clopidogrel plus Acetylsalicylsäure (ASS). „Das Ausmaß des Zusatznutzens hat der G-BA entsprechend der in der Verfahrensordnung (5. Kapitel, § 5 Abs. 7 VerfO) festgelegten Kriterien bewertet“, erklärt die Presse des G-BA.

 

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