2012: Neue Zuzahlungsbefreiungs- grenzen für Arzneimittel

Mit dem Jahreswechsel haben sich die Grenzen der Zuzahlungen für Medikamente geändert. Ein Fünftel aller Arzneimittel ist nun zuzahlungsfrei. Patienten zahlen höchstens zehn Euro pro Medikament.

Seit dem 01. Januar 2012 gelten neue Zuzahlungsbefreiungsgrenzen für Arzneimittel, die gesetzlich Versicherte zukünftig entrichten müssen. Darauf machte nun die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) aufmerksam. Die Änderung wurde zur Notwendigkeit, weil die Bundesregierung zuvor den Großhandelszuschlag in gesetzlichen Arzneimittelpreisverordnungen umgestaltet hatte. Auf dieser Grundlage wurden die entsprechenden Befreiungsgrenzen für Medikamente durch die Krankenkassen berechnet.
Wie die Neuerung zeigt, gibt es eine Vielzahl an Arzneimitteln, die von der Zuzahlung befreit sind. Welche Medikamente das im Einzelnen sind, darüber können sich gesetzlich Versicherte auf der Webseite der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände informieren. Daneben empfiehlt der Verband, Patienten sollten sich bei der Rezeptabholung ganz persönlich in der Apotheke über zuzahlungsfreie Alternativpräparate erkundigen.

Aktuell unterliegen in Deutschland rund 32.336 Arzneimittel einem so genannten Festbetrag – das heißt, einem für alle gesetzlichen Krankenkassen geltenden Erstattungshöchstbetrag. Wie die Apothekerverbände melden, sind seit dem Jahreswechsel damit 6.212 Medikamente zuzahlungsfrei. Das sind mit mehr als 19 Prozent rund ein Fünftel aller Arzneimittel. Diese folgen einem Grundsatz: Medikamente sind dann zuzahlungsbefreit, wenn der Arzneimittelpreis 30 Prozent unter dem Festpreis liegt. Beide Werte werden durch den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) definiert.

Grundsätzlich zuzahlungsbefreit sind Medikamente für Jugendliche und Kinder unter 18 Jahren. Patienten mit chronischen Krankheiten sowie Empfänger von Sozialgeld und Hartz IV können einen Antrag auf Befreiung stellen. Wenn Praxisgebühren und Arzneimittelkosten zum Jahresende mehr als ein Prozent ihres Jahreseinkommens überschritten haben, können sie bei der Kasse rückwirkend die Erstattung beantragen.

Apotheken sind jedoch gesetzlich dazu verpflichtet den Zuzahlungsbeitrag zu verlangen, wenn nicht eine Befreiung in Form einer Bescheinigung oder eines Vermerks auf dem Rezept vorgewiesen werden kann. Damit sollen die Krankenkassen rund 1,8 Milliarden Euro jährlich einnehmen.

Generell gilt: Der Höchstbetrag für die Zuzahlung eines Medikamentes liegt bei zehn Euro, der geringste Satz wurde bei fünf Euro pro Medikament festgelegt. Die Zahlung darf jedoch die tatsächlichen Kosten des Arzneimittels nicht überschreiten, bekräftigt der Bundesverband Deutscher Apotheker.

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