Neue Wege

Asthma-Therapie im Web

Britische sowie deutsche Wissenschaftler und Ärzte haben unabhängig voneinander Ideen entwickelt, Asthmatikern über Internet und Handy eine Therapiekontrolle sowie einen Asthma-Anfall-Risiko-Check anzubieten.

In Deutschland können Asthma-Patienten künftig über Smartphone oder iPad das App „AsthmaCheck“ nutzen, um den Verlauf ihrer Erkrankung genau zu dokumentieren und ihrem Facharzt direkt per E-Mail weiterzuleiten. Der Fragenkatalog im „AsthmaCheck“ wurde von der Welt Asthma Organisation (GINA) erstellt.

Nach Eingabe persönlicher Daten, ob Sportler oder Raucher, werden fünf Fragen zum Verlauf des Asthmas gestellt. Diese reichen aus, um dem behandelnden Arzt einen Überblick über die Entwicklung der Asthmaerkrankung zu geben. Unter der Zusatzoptionen „PeakFlow“ kann der unter Verengung der Atemwege Leidende seine letzten Werte der Lungenfunktionsprüfung hinzufügen und sich an den nächsten Untersuchungstermin erinnern lassen.

Anhand der Fragen, früherer und der aktuellen Werte bekommt der Betroffene per Ampelsignal angezeigt, in welchem Risikobereich er sich befindet. Bei Rot sind die gemessenen Werte in der Lungenfunktionsprüfung, speziell der Wert der Geschwindigkeit der Ausatmung, 50 Prozent schlechter als der individuelle Bestwert und somit ein zeitnaher Arztbesuch zwingend.

Auch Großbritannien bietet Risikoprüfung via Internet an

Auch britische Wissenschaftler haben sich das Ziel gesetzt, Asthmapatienten besser zu kontrollieren und ihnen schnelle Hilfe anzubieten. Über den online Test „Triple A“ soll zum einen die Aufklärung über Prophylaxe und Therapiemöglichkeiten erfolgen und zum anderen die hohe Sterblichkeitsrate gesenkt werden.

Die Wohltätigkeitsorganisation Asthma UK steht hinter dieser Webseite. „Triple A“ bedeutet „Avoid Asthma Attacks“ – „Vermeide Asthma-Attacken“. Ähnlich dem deutschen App „AsthmaCheck“ wird auch hier über Fragen der aktuelle Stand der Erkrankung geprüft: Welchen Risikofaktoren sind die Betroffenen aktuell ausgesetzt, welche Lebensgewohnheiten haben sie? Die Auswertung erfolgt ebenfalls über Ampelsignale. Rot bedeutet dabei, dass das Risiko, in der nächsten Zeit einen Asthma-Anfall zu erleiden, sehr hoch ist – grün das Gegenteil.

Die Wohltätigkeitsorganisation Asthma UK gibt an, dass 75 Prozent der Notfallvorstellungen mit Asthma-Attacken verhindert werden könnten. Wichtig seien Aufklärung, Eigenverantwortlichkeit und schnelle Hilfe durch entsprechende Ratschläge. Hierzu dienen der Onlinetest sowie Asthma-Zentren, sog. „Asthma-hotspots“, die langfristig regional aufgebaut werden sollen.

Der Hauptgeschäftsführer der Asthma UK, Neil Churchill, gibt an, dass das Vereinigte Königreich (UK) eine höhere Todesrate für Asthma hat als andere Länder (bis zu drei Menschen täglich) und dass diese bisher nicht wirklich signifikant gesenkt werden konnte. Die Studie und das Online-Projekt seien daher von immenser Bedeutung. Betroffene können durch den Test ihr Asthma selber kontrollieren, ihr Risiko für einen Anfall ermitteln und gegensteuern.

Besonders an dem Test ist, dass in Auswertung entsprechende Tipps und Empfehlungen mit aufgeführt werden, sodass die Patienten selbstsicherer werden und letztlich die Notfallvorstellungen reduziert werden können.

Zusätzlich zum Onlinet-Test wird eine prospektive Studie alle Todesfälle durch Asthma aufzeichnen. Durch diesen erwarten die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über Risikofaktoren und Verhaltensweisen von Asthmatikern zu erhalten. Mittels der Studie erhoffen sie sich eine Senkung der Todesrate mit Einsatz des Online-Tests nachzuweisen.

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