Soziale Medien

Ärzte müssen bei ihrem Praxis-Auftritt in sozialen Netzwerken ihre „Impressumspflicht“ beachten

Immer mehr Ärzte sind mit ihrer Praxis in sozialen Netzwerken wie Facebook, Xing, Google+ oder Twitter vertreten. Hierbei müssen sie nach Paragraph 5 – dem Telemediengesetz (TMG), unbedingt die Impressumspflicht einhalten

Jeder zweite Arzt nutzt bereits die sozialen Netzwerke im Internet. (Foto: Flickr/Goiabarea)

Jeder zweite Arzt nutzt bereits die sozialen Netzwerke im Internet. (Foto: Flickr/Goiabarea)

Wenn im Internet soziale Netzwerke wie Facebook, Xing, Twitter oder sonstige Web-Sites gewerblich genutzt werden, müssen sie deutlich von den privat genutzten Internet-Auftritten unterschieden werden können. Nach Paragraph 5 – dem Telemediengesetz (TMG), gibt der Gesetzgeber vor, gewerbliche Internet-Auftritte mit einem Link kenntlich zu machen, welcher den Namen „Impressum“ trägt. Bei Web-Sites oder Profilen sozialer Netzwerke, die lediglich zum privaten Gebrauch dienen, besteht indessen keine Impressumspflicht.

Der Nachteil beim Medium Facebook ist jedoch, dass der Betreiber dieses Web-Angebotes nicht die Rahmenbedingungen bietet, die für eine gewerbliche Nutzung notwendig wären. In diesem Fall kann ausnahmsweise unter der Rubrik „Info“ ein Link mit dem Namen „Impressum“ angelegt werden, der zur eigenen Homepage führt. Dies sei rechtlich akzeptabel, weil sonst keine andere Möglichkeit bestehe, informiert Oliver Busse, Online-Redakteur der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN).

Immer mehr niedergelassene Ärzte sind mit ihrer Praxis in sozialen Netzwerken wie Facebook, Xing, Twitter oder Google+ vertreten. Nach Angaben der letzten Umfrage des Unternehmens DGA Medien GmbH (Deutsche Gesundheitsauskunft) wird Facebook von etwa zwei Dritteln der Selbständigen täglich oder in unregelmäßigen Abständen genutzt, von Angestellten bis zu 80 Prozent. An zweiter Stelle steht Xing, danach folgt – obwohl erst seit kurzem im Gebrauch – Google+, und am vierthäufigsten wird Twitter genutzt.

Ärzte nutzen die sozialen Netzwerke oder Foren im Internet, um gegenseitig Informationen über medizinische, technische oder gesundheitspolitische Themen auszutauschen. Laut einer aktuellen Umfrage des Ärztenachrichtendienstes (ÄND) nutzt bereits jeder zweite Arzt die sozialen Netzwerke im Internet. Unter den Lesern des ÄND befinden sich vorwiegend Leser wie Fach-, Haus- und Zahnärzte. Insgesamt nahmen mehr als 1.000 Mediziner an dieser Umfrage teil.

In Zukunft werde es noch mehr Ärzte geben, die ihre Praxis in sozialen Netzwerken vertreten, heißt es. “Wenn ich Social Networks nutze, will ich mich optimal darstellen. Kostet viel Zeit, wird im Gesundheitswesen mit zunehmender Konzentration kommen und wer überleben will – wie wir – wird sich diesen Entwicklungen nicht verschließen“, ließ ein Arzt während der ÄND-Umfrage wissen. „Das sind Angebote, auf denen der Arzt seine Praxis vorstellen und Patienten über neue Entwicklungen im Praxisalltag und in seinem medizinischen Fachgebiet informieren oder einfach über tagesaktuelle Fragen diskutieren kann“, informiert Rechtsanwalt Tobias H. Strömer. Auch er weist darauf hin, dass Ärzte die Impressumspflicht bei ihren Praxis-Auftritten im Internet auf jeden Fall einhalten müssen. Andernfalls hätte dies rechtliche Folgen. Er bestätigt den Vorschlag des ÄKN-Online-Redakteurs Oliver Busse, dass bei Facebook ein Impressum-Link eingebaut werden kann, welcher zur eigenen Homepage führt.

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