Innovation

Weltpremiere: Frau erhält neuen Kiefer aus 3D-Drucker

Nachdem ihr eine Maschine einen neuen künstlichen Kieferknochen gedruckt hat, kann eine 83-jährige Frau wieder normal atmen, kauen und sprechen. Den belgischen Ärzten gelang damit eine Weltpremiere.

Der künstliche Kiefer aus Titan ersetzt nach Aussagen von belgischen Ärzten erstmals überhaupt als Implantat den gesamten Unterkiefer eines Menschen. Durch eine infektiöse Entzündung des Knochenmarks und des Knochens (Osteomyelitis) war der eigene Kiefer der ebenfalls aus Belgien stammenden Frau zerstört worden.

Mit Hilfe eines MRT-Scanners wurde der Kieferknochen der Frau detailgetreu gemessen und später Schicht für Schicht mittels eines Präzisions-Lasers aus feinem Titanpulver nachgebildet. Für die Modellierung zeichnet die belgische Firma LayerWise verantwortlich.

Im Juni 2011 war der Patientin der neue Kieferknochen in einer vierstündigen Operation in den Niederlanden eingesetzt worden. Doch erst jetzt, mehr als ein halbes Jahr später, wurde der Fall publik gemacht. Bereits kurz nach dem Aufwachen aus der Narkose habe sie ein paar Worte gesprochen und sei in der Lage gewesen, normal zu schlucken, so Jules Poukens, der das Projekt bei Biomed, der biomedizinischen Forschungsabteilung der Universität Hasselt in Belgien leitete. Vier Tage nach der OP habe die Patientin das Krankenhaus bereits verlassen können.

Der große Traum der Forscher ist es, irgendwann auch organisches Gewebe und richtige Konchen drucken zu können – basierend auf organischem Material. So wird etwa nach Möglichkeiten gesucht, Hauttransplantationen für Opfer von Verbrennungen mittels dieser Technik gewährleisten zu können. Bis dahin sei es allerdings noch ein weiter Weg, so die Wissenschaftler.

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