Erkenntnis

Studie: Rauchen zerstört Denkfähigkeit

Britische Studien zeigen den Zusammenhang zwischen Rauchen und kognitivem Abbau. Dabei soll der geistige Verfall bei Rauchern ungefähr einer Lebenszeit von zehn Jahren gleichen.

Rauchen gilt als cool. Doch kann sich das spätestens im Alter rächen. (Foto: Jacy Ippolito/Flickr)

Rauchen gilt als cool. Doch kann sich das spätestens im Alter rächen. (Foto: Jacy Ippolito/Flickr)

Eine Kohortenstudie in „Archives of General Psychiatry“ (2012; doi: 10.1001/archgenpsychiatry.2011.2016 ) legt den Zusammenhang zwischen Nikotingebrauch, also Rauchen, und beschleunigtem geistigen Abbau dar.

Sèverine Sabia vom Londoner University College zeigte nach Auswertung der Whitehall-II-Kohortenstudie, dass Raucher schon nach fünf Jahren schlechter bei kognitiven Tests abschneiden als Nichtraucher. In der Whitehall-II-Kohortenstudie wurden über 10.000 britische Staatsbeamte bezüglich ihrer Lebensgewohnheiten befragt und kognitiv-mnestischen Tests unterzogen.

Die kurzfristig von Rauchern empfundene und oft als positiv bewertete Steigerung der Konzentrations- und Denkleistungsfähigkeit zieht langfristig erhebliche Nachteile mit sich. Die Effekte sind subjektiv und eben nur kurz anhaltend.

Rauchen ist ein Risikofaktor für Arteriosklerose. Arteriosklerose bedeutet, dass Gefäße brüchig und unflexibel werden. Die Gefahr von Durchblutungsstörungen steigt. Im Gehirn hat dies erhebliche Folgen. Eine unzureichende Blutversorgung führt zu Sauerstoff- und Nährstoffmangel und schließlich zum Zelluntergang. Sterben Hirnzellen ab, so büßt man unweigerlich geistige Fähigkeiten ein.

In den Tests zeigten sich v.a. Defizite in den Exekutivfunktionen und der Auffassungsfähigkeit. Exekutivfunktionen sind wichtig für das Planen und Handeln, also essentiell im Berufs- und Alltagsleben. Lässt die Auffassungsgabe nach, verstehen wir komplexe Zusammenhänge nicht mehr, werden im Denken unflexibel und unsicher.

Die Auswertung von Frau Sabia zeigte eine Dosis-Wirkungsabhängigkeit, d.h. je mehr geraucht wurde, desto schlechter waren die Testergebnisse. Auch zehn Jahre Abstinenz konnten die Defizite nicht aufheben. Sabia postuliert eine Unterschätzung des Zusammenhanges zwischen Rauchen und geistigem Abbau. Sie begründet dies damit, dass bei Langzeitbeobachtungen die Raucher viel früher an den Folgeerkrankungen versterben und Raucher sich oft den Follow-up-Untersuchungen (Nachfolgeuntersuchungen) entziehen.

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