VV beschließt neuen HVM

KV RLP bundesweit erste KV, die neue Honorarverteilung umsetzt

Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) hat in ihrer Sitzung am 15. Februar nach ausführlicher Erörterung einen neuen Honorarverteilungsmaßstab (HVM) beschlossen. Bereits zum 2. Quartal werden in Rheinland-Pfalz die Regelleistungsvolumina (RLV) abgeschafft und durch Individualbudgets ersetzt. Damit ist die KV RLP die erste KV im Bundesgebiet, welche die Möglichkeiten, die das GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG) bietet, konsequent nutzt und die RLV-Systematik verlässt. Während die meisten KVen diese vorerst weiter führen und frühestens zum 3. Quartal durch eine regionale Regelung ablösen wollen, hat der Vorstand der KV RLP gemeinsam mit der Vertreterversammlung für eine schnellstmögliche Ablösung der RLV plädiert.  Bereits im September 2011 wurde die Vertreterversammlung der KV RLP in einer Klausurtagung mit den Grundzügen einer neuen Honorarverteilung vertraut gemacht; in enger Abstimmung mit den Berufsverbänden, den Beratenden Fachausschüssen und dem Hauptausschuss war es daher möglich, zum 2. Quartal 2012 die ungeliebten RLV zu verlassen. Als wesentlicher Nachteil der Regelleistungssystematik wurde die Nivellierung der Fallwerte innerhalb einer Fachgruppe empfunden und die damit einhergehenden Verwerfungen ohne Berücksichtigung von Praxisbesonderheiten. Einziges Kriterium des Leistungsgeschehens war die Fallzahl einer Praxis.  Auch das Aufsatzjahr 2008 bildete das Verhältnis der Fachgruppen zueinander nicht realistisch ab. Durch das GKV-VStG wurde die gesetzliche Verpflichtung zur Bildung von RLV abgeschafft, die KVen erhalten wieder mehr Spielraum bei der Honorarverteilung. Der Gesetzgeber ist so zu dem bereits vor 2009 bestehendem System der regionalen Honorarverteilung zurückgekehrt. Die KVen können nun wieder alleine die Honorarverteilung festlegen, ohne zwingende Zustimmung der Krankenkassen, diese müssen lediglich ins Benehmen gesetzt werden. "Den gewonnenen Spielraum will die KV RLP vollumfänglich ausnutzen", bekräftigt die Vorsitzende der KV RLP Dr. Sigrid Ultes-Kaiser. "Zwar werden weiterhin die Rahmenbedingungen von der KBV vorgegeben, die aber bewusst viel Spielraum für regionale Gestaltung lässt." Lediglich der Trennungsfaktor zwischen haus- und fachärztlichem Vergütungsvolumen, die Vergütung der antragspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen und die Vergütung der Laborleistungen werden von der Bundesebene vorgegeben. Die KBV-Vorgaben zur regionalen HVM-Gestaltung beinhalten zwar auch die Verpflichtung zur Mengensteuerung, wie diese gestaltet wird, bleibt aber den KVen überlassen. Die Verteilung kann wieder sachbezogener das Versorgungsgeschehen in den Praxen abbilden und regionale Besonderheiten können besser berücksichtigt werden. Die neue HVM-Regelung sieht ab dem 2. Quartal 2012 Individualbudgets mit einer Mengenbegrenzung auf Basis der tatsächlich erbrachten Leistungsmenge des Vorjahresquartals vor. Die jeweiligen Praxisschwerpunkte werden damit bereits abgebildet. Weiterhin ist neu, dass bei den Haus- und bei Fachärzten der Grundversorgung die Grundpauschalen vorweg mit einem weitgehend festen Punktwert von 3,70 Cent im hausärztlichen und 3,20 Cent im fachärztlichen Bereich vergütet werden. "Honorarsteigerungen können nun wieder in vollem Umfang an die Praxen weitergegeben werden", ergänzt Dr. Ultes-Kaiser. Die KV ist nicht mehr an die Ausschöpfung der RLV gebunden. "Mit der neuen Honorarsystematik haben wir eine aktuelle Berechnungsbasis, nämlich das Jahr 2011. Bei einer unverändert gedeckelten Honorarmenge sind auch Honorarveränderungen zwischen den Fachgruppen möglich; eine Honorarklammer von 5 Prozent soll jedoch größere Verwerfungen verhindern." Weitere Informationen in der neuen Ausgabe des Magazins "KV-TV Praxis – Das Magazin" ab 17. Februar um 18 Uhr unter www.kv-rlp.de.

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