Sicherheit

Moratorium für das Supervirus wird verlängert

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte ein Treffen von einer kleinen Gruppe von Grippe- und Gesundheitsexperten in Genf einberufen, um die Frage zu klären, was mit den bislang unter Verschluss gehaltenen Forschungsergebnissen zum gezüchteten Mutanten des H5N1-Virus geschehen solle.

Ein kleines Virus hält die wissenschaftliche Welt in Atem. Die Forschungen an der gefährlichen H5N1-Mutation liegen weiterhin auf Eis. (Foto: Wikipedia)

Ein kleines Virus hält die wissenschaftliche Welt in Atem. Die Forschungen an der gefährlichen H5N1-Mutation liegen weiterhin auf Eis. (Foto: Wikipedia)

Nachdem das US-amerikanische National Security Advisory Board for Biotechnology (NSABB) die Publikation zweier Forscherteams aus den USA und den Niederlanden aus Gründen der nationalen Sicherheit unterdrückt hatte, hatten die Wissenschaftler beschlossen, ihre Forschungen an dem extrem gefährlichen Virus für 60 Tage ruhen zu lassen und Aufklärungsarbeit zu leisten.

Das Treffen in Genf hat im Wesentlichen zwei Ergebnisse gebracht: Zum einen wird das Moratorium auf die Forschungen am Laborvirus verlängert, zum anderen werden die Untersuchungen an der natürlich vorkommenden Form des Virus intensiv fortgesetzt.

Dr. Keiji Fukada, Assistant Director-General of Health Security and Environment der WHO, betont noch einmal die Gefährlichkeit des Virus: „Angesichts der hohen Sterblichkeitsrate, mit der dieses Virus in Verbindung gebracht wird – 60 % aller Infizierten sind gestorben – haben alle Teilnehmer des Treffens den hohen Grad an Besorgnis über das Grippevirus innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinde betont und auch die Wichtigkeit, das Virus mithilfe zusätzlicher Forschung besser zu verstehen.“

Außerdem hatte sich die Gruppe darauf geeinigt, dass sie, sollte eine Einigung erzielt werden, die Forschungsergebnisse in Gänze veröffentlichen wollen. Dies habe einen größeren Nutzen für allgemeine Gesundheit als die Veröffentlichung in einzelnen Teilen.

„Von der Perspektive der öffentlichen Gesundheit ist eine vollständige Offenlegung der beiden Studien ein großer Vorzug“, sagt Fukuda.

Einige Teilnehmer des Treffens hatten darauf hingewiesen, dass die Forscherteams ihre Arbeit mehrfach auf Konferenzen vorgestellt hätten und daher die Details bereits weithin bekannt seien. Experten wollen nun überprüfen, welche Informationen derzeit frei zugänglich sind und wie diese mit den Inhalten der Forschungsergebnisse zusammenhängen.

Das Magazin „Nature“, eine der Fachzeitschriften, in denen die Ergebnisse der Forschungen am Supervirus veröffentlicht werden sollten, hat bereits angekündigt, mit der Veröffentlichung warten zu wollen, bis die Gespräche abgeschlossen sind; das berichtet die BBC. Es ist laut BBC auch höchstwahrscheinlich, dass ein weiteres Treffen in den nächsten Monaten stattfinden wird.

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