Kapitalbedarf bei Einrichtungen

Moody’s: Wirtschaftskrise führt zu mehr Fusionen von Krankenhäusern

Investitionen haben sich bei Krankenhäusern in den vergangenen Jahren angestaut, der Kapitalbedarf ist erheblich. Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Unternehmenszusammenschlüsse eine Möglichkeit, die Kostenstruktur und Markpräsenz zu verbessern, sagt die Ratingagentur Moody’s.

Die Ratingagentur Moody’s prognostiziert als Folge der weltweiten Wirtschaftskrise eine neue Welle an Krankenhaus-Fusionen. Einrichtungen könnten durch Zusammenschlüsse ihre finanziellen Risiken verringern, Kostenstrukturen verbessern und die Marktpräsenz ausbauen: „Fusionen ermöglichen größere operative Effizienz und die Diversifikation von Risiken, und damit stabilere und bessere Kommunalanleihebewertung der jeweiligen Krankenhäuser“, sagt Lisa Goldstein von Moody’s in Bezug auf den US-Markt. Besonders in den USA zwingen Rückvergütungen und steigende Kosten, gepaart mit der Aussicht auf „eine Gesundheitsreform und einem nicht nachhaltigem Zahlungssystem“, gemeinnützige Krankenhäuser dazu, neue Partnerschaften einzugehen.

Kleine, eigenständige Krankenhäuser, die sich nicht mit anderen Institutionen zusammenschließen, könnten durchaus Schwierigkeiten bekommen, bei der Betriebsleistung und der Marktpräsenz größerer Einrichtungen mitzuhalten. Diese kleineren Häuser werden in der Zukunft außerdem „mit dem Druck negativerer Anleihebewertungen zu kämpfen haben“, sagt Moody’s.

Auch in Deutschland zieht sich die öffentliche Hand immer weiter aus der Gesamtfinanzierung zurück, der Investitionsbedarf der Einrichtungen steigt aber ungebrochen. Investitionen haben sich in den vergangenen Jahren angestaut. In Kombination mit der Notwendigkeit innovativer Behandlungsformen und der demografischen Entwicklung ist ein erheblicher Kapitalbedarf entstanden. Eine Herausforderung, die auch in Deutschland in der Zukunft nur mit Synergieeffekten und unter Einbeziehung der privaten Betreiber gemeistert werden kann.

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