Börse

Gesundheitsunternehmen suchen verstärkt Kapital an der Börse

Im Jahr 2011 gingen 430 europäische Gesundheitsunternehmen an die Börse. Die Einnahmen aus Börsengängen sind allerdings stark gefallen.

Seit Jahresbeginn wollen in den USA acht durch Risikokapital finanzierte Unternehmen an die Börse gehen. Vier von ihnen kommen aus dem Gesundheitsbereich. Auch in Europa setzen Gesundheitsunternehmen auf den Verkauf von Anteilsscheinen.

Anscheinend ein Trend, der sich fortsetzt: Von den 44 risikokapitalfinanzierten US-Unternehmen, die im vergangenen Jahr an die Börse gegangen sind, kam ein Viertel aus dem Gesundheitswesen. Seit letzter Woche stehen zwei neue Unternehmen in den Startlöchern: Der Spezialist für Krebsmedikamente Tesaro aus Massachusetts und Durata Therapeutics aus New Jersey, das sich mit der Entwicklung von Medikamenten gegen Hautkrankheiten beschäftigt.

Sie stehen nun zusammen mit TRIA Beauty, einem Hersteller von Geräten für die Schönheitsmedizin, und dem Krankenversicherer Extend Health in der Pipeline. Im Gegensatz zu den beiden letztgenannten machen weder Tesaro noch Durata Umsatz, wie das Wall Street Journal berichtet.

Schaut man sich die jüngste Börsengeschichte an, wirft das allerdings ein nicht gerade günstiges Licht auf die Erfolgsaussichten: Von den letzten sieben risikokapitalfinanzierten US-Unternehmen, die ihren Plan, an die Börse zu gehen, wieder aufgegeben haben, kamen fünf aus dem Biotechnologie-Bereich, das sechste aus dem Gesundheitswesen.

Immer mehr Unternehmen aus dem Gesundheitssektor drängen an die Börse. Das Bedürfnis nach Kapital treibt vor allem kleinere Firmen dorthin. (Foto: flickr/kenteegardin)

Immer mehr Unternehmen aus dem Gesundheitssektor drängen an die Börse. Das Bedürfnis nach Kapital treibt vor allem kleinere Firmen dorthin. (Foto: flickr/kenteegardin)

In Europa haben im vergangenen Jahr insgesamt 430 Unternehmen den Börsengang gewagt, 21 von ihnen stammen aus dem Gesundheitswesen. Im Vergleich mit dem Börsenjahr 2010 hat sich diese Zahl mehr als vervierfacht, damals waren es noch fünf gewesen. Die Einnahmen, die die Unternehmen mit ihrem Börsengang machten, sind dagegen stark gefallen. Hatten es 2010 fünf Unternehmen geschafft, insgesamt 284 Millionen Euro einzusammeln, brachten es die 21 im Jahr 2011 auf gerade mal 94 Millionen Euro. Es scheint, dass viele kleine Unternehmen an die Börse drängen, die keine andere Möglichkeit mehr sehen, schnell an Kapital zu kommen.

Eine etwas andere Situation herrscht im Biotechnologie- und Pharmasektor: 2011 sind europaweit 18 Unternehmen aus diesem Bereich an die Börse gegangen, 2010 waren es 27. Die Einnahmen durch die Börsengänge sind hier noch stärker gefallen, um knapp 76 %. Sie betrugen 2011 insgesamt 176 Millionen Euro, 2010 dagegen noch 736 Millionen Euro.

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