Forschung

Nahezu universell einsetzbarer Impfstoff gegen Krebs entwickelt

Der israelische Arzneimittelhersteller Vaxil Biotherapeutics hat in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Tel Aviv University einen Impfstoff entwickelt, der sich gegen nahezu alle Krebsarten einsetzen lässt. Den Schlüssel spielt hierbei das Molekül MUC1, das in den Zellen aller menschlicher Organe vorkommt.

Während es bei gesunden Zellen in einer „normalen“ Menge vorhanden ist, tritt es bei 90 Prozent aller Krebsarten gehäuft auf den Membranen der Tumorzellen auf.

Neue Hoffnung für Krebspatienten: Die Forschung ist in der Entwicklung eines Impfstoffes einen guten Schritt weitergekommen. (Foto: flickr/Zaldylmg)

Neue Hoffnung für Krebspatienten: Die Forschung ist in der Entwicklung eines Impfstoffes einen guten Schritt weitergekommen. (Foto: flickr/Zaldylmg)

Diese Eigenschaft machten sich die Forscher zunutze und entwickelten einen Impfstoff, der einen synthetisch hergestellten Teil des Moleküls MUC1 enthält. Dieser regt das Immunsystem an, Antikörper zu produzieren. Da MUC1 auf gesunden Zellen in nur relativ geringer Zahl auftritt, werden diese vom Immunsystem außer Acht gelassen. Nur die Krebszellen mit einer hohen MUC1-Konzentration auf ihrer Oberfläche werden erkannt und eliminiert.

Derzeit wird der Stoff mit dem Namen ImMucin im Hadassah Medical Center in Jerusalem an Patienten mit multiplem Myelom, einer Krebserkrankung des Knochenmarks, getestet. Vaxil weist auf das hohe Sicherheitsprofil des Medikaments hin: „Es wurden keine Nebenwirkungen beobachtet, bis auf kleine lokale Irritationen, die innerhalb von 24 Stunden ohne zusätzliche Behandlung oder eine medizinische Intervention von selbst wieder verschwanden.“

Bei einigen Patienten wurden „vorläufige Anzeichen einer klinischen Wirksamkeit“ beobachtet. Bei ihnen wurde eine Stabilisierung der Menge an Krankheitsmarkern festgestellt, zum Teil sogar eine Abnahme. Erstaunlich ist dabei die hohe Wirksamkeit des Wirkstoffes: Als Maximum wurden in dem Test zwölf Dosen angesetzt, alle Patienten zeigten jedoch schon nach zwei bis vier Dosen „eine robuste und spezifische Immunantwort“.

Zurzeit werden mehrere Impfstoffe gegen Krebs getestet, doch sind sie bisher nur von bescheidenem Erfolg gekrönt. Dr. Kat Arney von der Organisation Cancer Research UK sagte im „Telegraph“ zu den neuesten Forschungsergebnissen von Vaxil: „Dies sind sehr frühe Ergebnisse, die noch vollständig publiziert werden müssen; es gibt also noch viel zu tun, um zu beweisen, dass dieser bestimmte Impfstoff sicher und wirksam für Krebspatienten ist.“

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