DRogen Und Chronische InfektionsKrankheiten – Studie

Schätzungen zufolge lebten im Jahr 2009 in Deutschland 182.000-217.000 Menschen mit problematischem Drogenkonsum vor allem von Heroin, Kokain und Amphetaminen, entsprechend 3,4 – 4,0 pro 1.000 Einwohnern unter den 15-64 Jährigen. Nicht immer werden …

Schätzungen zufolge lebten im Jahr 2009 in Deutschland 182.000-217.000 Menschen mit problematischem Drogenkonsum vor allem von Heroin, Kokain und Amphetaminen, entsprechend 3,4 - 4,0 pro 1.000 Einwohnern unter den 15-64 Jährigen. Nicht immer werden diese Substanzen injiziert. Um die Zahl auf injizierende DrogengebraucherInnen einzugrenzen, versucht man, durch Berechnungen auf der Basis von Zahlen aus Behandlung, Polizeikontakten und Drogentoten zu einer Schätzung der Zahl problematischer Konsumenten von Heroin zu kommen. Diese ergibt zwischen 81.000 und 171.000 Personen mit problematischem Heroinkonsum (im Jahr 2010), dies entspricht einer Rate von 1,5 bis 3,2 Personen pro 1.000 Einwohner zwischen 15 und 64 Jahren. In der Gruppe der DrogengebraucherInnen sind Neuinfektionsraten und vor allem die Prävalenzen von Hepatitis C (50-80%), von HIV (3-6%) und von Hepatitis B (durchgemachte HBV 50-60%, chronische HVB 3–5%) deutlich erhöht im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Somit ist insbesondere bei injizierenden DrogengebraucherInnen das Potenzial für Virusübertragungen durch den gemeinsamen Konsum, Spritzentausch und Tausch anderer Utensilien zur Vorbereitung des Drucks (wie Filter, Löffel, Wasser) sowie riskantes Sexualverhalten hoch. Es handelt sich um eine sehr heterogene Gruppe, die schwer durch Präventionsbotschaften erreichbar ist. Die diesbezügliche Datenlage für Deutschland ist unbefriedigend. Daten aus jüngerer Zeit liegen nur vereinzelt vor und beziehen sich in der Regel auf kleinere Gruppen, die wenig repräsentativ sind. Um die Verbreitung von HBV, HCV und HIV bei i.v.-DrogengebraucherInnen sowie deren Verhalten, Einstellungen und Wissen zu diesen Infektionskrankheiten zu erfassen, wurde die DRUCK-Studie (Drogen und chronische Infektionskrankheiten) initiiert. Die Ergebnisse sollen in gezielte Präventionsempfehlungen zum Schutz vor HIV und Hepatitiden bei injizierenden DrogenkonsumentInnen einfließen.

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