Wirtschaft

Klinik-Unterfinanzierung: Ist die Versorgung noch gesichert?

Kommunale Kliniken befinden sich in einer angespannten Finanzlage: Viele sind verschuldet, müssen sparen, bekommen keine Gelder. Die medizinische Grundversorgung ist ernsthaft bedroht.

Rund jedes fünfte kommunale Krankenhaus ist verschuldet. Ausgelöst einerseits durch die chronische Unterfinanzierung durch den Bund, andererseits durch fehlende Investitionsgelder der Länder. Die Situation verschärfte sich durch die Einführung des GKV-Finanzierungsgesetzes im vergangenen Jahr noch weiter.

Die Auswirkungen der Kürzungen und Schulden sind auf verschiedenen Ebenen zu spüren. Zum einen zwingt die Ausgabe- und Einnahmeentwicklung viele Kliniken zu mehr Sparmaßnahmen, um den gesetzlichen Versorgungsauftrag zu erfüllen, sagt Jörg Freese, Beigeordneter des Deutschen Landkreistags. Doch das gelingt nur teilweise, wie Franz-Reinhard Habbel vom Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) erläutert. Die unzureichende Krankenhausfinanzierung und die zeitgleiche Kostensteigerungen für Personal, Strom usw. können vielerorts nicht ausgeglichen werden.

Das wiederum führt dazu, dass viele nötige Stellen aus Geldmangel nicht besetzt werden können. Habbel spricht in diesem Zusammenhang von rund 5.000 Arztstellen in deutschen Krankenhäusern, die unbesetzt sind. Darüber hinaus seien in der Vergangenheit schon Kliniken sowie einzelne Stationen geschlossen worden, so Rike Haibach, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Krankenhausgesellschaft e.V.

Sie fügt hinzu, dass die Situation in den kommunalen Kliniken größte Anstrengungen der Belegschaft abverlange. Die Arbeitsprozesse verdichten sich immer weiter – und das auf Kosten der Patienten. Haibach sagt, es bleibe keine Zeit mehr für die persönliche Zuwendung zum Patienten. Eine weitere größere Entlassungswelle stehe zudem noch bevor, ergänzt sie.

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