Stress

Mediziner empfiehlt Selbstgespräche zum Stressabbau

Was bislang als eher sonderlich galt, wird nun ärztlich empfohlen: Das gepflegte Selbstgespräch soll angeblich geeignet sein, Stress abzubauen. Oft hilft auch ein langes Ausatmen.

Wer im Job gestresst ist, sollte mal mit jemandem reden – am besten mit sich selbst. Durch Selbstgespräche werde Stress abgebaut beziehungsweise vermieden, sagt Prof. Hans-Dieter Hermann von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG).

 

Es sei für Betroffene wichtig, Gedanken, die einem in Stresssituationen durch den Kopf schießen, zuzulassen und auch zu artikulieren. So könnten sie den psychischen Druck deutlich senken. Das Selbstgespräch könne dabei ganz leise und fast in Gedanken ablaufen. Sätze wie „Der kocht doch auch nur mit Wasser“ helfen zudem, Ärger und Unmut zu kanalisieren.

 

Aussagen wie „Ich gehe jetzt Schritt für Schritt vor“ oder „Ich pack das schon“ helfen wiederum, sich zu beruhigen und positive Handlungsstrategien zu entwickeln. Generell stärken Selbstgespräche das Selbstbewusstsein und sind ideal zur eigenen Ermutigung, weiß Hermann, der als Sportpsychologe für die Betreuung der deutschen Fußballnationalmannschaft tätig ist.

 

Manchmal bedarf es auch gar nicht vieler Worte: Wie Hermann am Rande eines Fachkongresses auf der Fitnessmesse FIBO erläuterte, eigne sich zur kurzfristigen psychischen Beruhigung ein einfaches langes Ausatmen.

 

Stress ist nach Rückenschmerzen die zweithäufigste Ursache für Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Außerdem beeinträchtige er das Immunsystem und mache so den Körper anfällig für eine Vielzahl von Infekten. Hermann rät Unternehmen daher, in Präventionskurse oder Sportangebote zu investieren. „Gesundheitsmanagement lohnt sich auch im Bereich Motivation, Mitarbeiterzufriedenheit und Fehlerverringerung. Insofern sind die Kosten dafür schnell wieder hereingeholt“, so Hermann.

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