Forschung

Weniger Entzündungen: Sport und Diät reduzieren Krebsrisiko

Entzündungen können krebsfördernd sein. Entzündungen wiederum werden durch Übergewicht begünstigt. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg untersucht, wie Gewichtsabnahme zur effektiven Krebsprävention beitragen kann. Die Ergebnisse fallen positiv aus.

Epidemiologen gehen davon aus, dass ein Viertel aller Krebsfälle weltweit auf Übergewicht und Bewegungsmangel zurückzuführen sind. Bei den Varianten Brust-, Darm- und Speiseröhrenkrebs gilt der Zusammenhang mit Übergewicht als gesichert. Ebenso sind die Hälfte aller Fälle von Krebs der Gebärmutterschleimhaut sowie mehr als 20 Prozent der Brustkrebsfälle nach den Wechseljahren auf Übergewicht zurückzuführen.

Im Fettgewebe von Übergewichtigen finden sich zahlreiche Entzündungszellen, die entzündungsfördernde Botenstoffe abgeben. Diese sind der Entstehung von Krebs förderlich. Mit zunehmendem Alter und Gewicht steigt die Zahl der Biomarker, die für Entzündungen charakteristisch sind, an; namentlich die Proteine Interleukin-6 und C-reaktives Protein (CRP) sowie die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen und die der neutrophilen Leukozyten.

Für die Studie des DKFZ wurden ein Jahr lang 439 übergewichtige Frauen untersucht, die einen Körperfettanteil von etwa 50 Prozent aufwiesen. Die Frauen wurden per Losverfahren in drei verschiedene Behandlungsgruppen und eine Kontrollgruppe eingeteilt: Eine Gruppe erhielt eine Diät, die andere ein Sportprogramm und eine dritte Diät und Sport zusammen.

Cornelia Ulrich, Leiterin der Abteilung Präventive Onkologie am DKFZ und Direktorin des NCT, fasst die Ergebnisse der Studie zusammen: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Übergewichtige mit einer Lebensstilveränderung viel Gutes für sich tun und ihr Krebsrisiko senken können.“ Bei allen Teilnehmerinnen konnte festgestellt werden, dass gleichzeitig mit dem Gewicht auch der CRP-Spiegel sank.

Ein weiterer Vorteil neben der Minderung des Krebsrisikos ist der Verzicht auf entzündungshemmende Arzneimittel: „Eine Reduktion der CRP-Werte um rund 40 Prozent oder bei den Frauen, die erheblich Gewicht abgenommen haben, sogar um die Hälfte, lässt sich sonst nur mit Medikamenten erreichen. Und diese Medikamente haben Nebenwirkungen, die eine gesunde, fettarme Ernährung und Sport nicht haben“, sagt Ulrich.

Nun muss niemand sein Idealgewicht erreichen, um sich gegen Krebs zu wappnen. Ulrich erklärt: „Unser Ergebnis beweist, dass sich bereits verhältnismäßig moderate Abnehmerfolge von 5 bis 10 Prozent des Körpergewichts drastisch auf krebsfördernde Faktoren im Körper auswirken.“

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