Hautkrebs

Studie mit 200.000 Teilnehmern: Aspirin senkt Hautkrebsrisiko

Die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln wie Aspirin oder Ibuprofen kann das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, um bis zu 15 Prozent senken. Dies haben Wissenschaftler anhand einer Studie an knapp 200.000 Patienten in Dänemark herausgefunden.

Bei etwa 18.000 Teilnehmern der Studie war eine von drei Hautkrebsarten diagnostiziert worden – Basalzellkarzinom (weißer Hautkrebs), Plattenepithelkarzinom oder das gefährliche Maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs).

Die Autoren der Studie warfen nun einen Blick auf die Krankenakten der Studienteilnehmer, um zu ermitteln, wie vielen ein sogenanntes „Nichtsteroidales Antirheumatikum“ (NSAR) über einen Zeitraum von acht Jahren verschrieben worden war. Zu den NSAR zählen zum Beispiel Acetysalicylsäure, der Wirkstoff in Aspirin, und Arypropionsäure, die in Ibuprofen enthalten ist. Viele der Patienten nahmen die Medikamente aufgrund von Herzerkrankungen oder Arthritis ein.

Das Ergebnis: Diejenigen, denen öfter NSAR verschrieben wurden, waren weniger oft von Hautkrebs aller Arten betroffen als andere. Außerdem vergrößere eine höhere Dosis und ein längerer Einnahmezeitraum den schützenden Effekt. Bei Patienten, die mehr als zwei NSAR einnahmen, war das Risiko, an einem malignen Melanom zu erkranken, um 13 Prozent geringer, das Risiko für ein Plattenepithelkarzinom sogar um 15 Prozent.

Bei der Verhütung von relativ harmlosen Basalzellenkarzinomen schienen die Medikamente keine Rolle zu spielen, doch stellten die Forscher fest, dass NSAR eine Ausbreitung des „weißen“ Hautkrebs auf anderen Körperstellen als dem Kopf und dem Hals eindämmen können.

Diese unscheinbare weiße Tablette kann das Risiko für Hautkrebs senken. Sonnencreme sei aber allemal wirksamer, sagen Wissenschaftler. (Foto: flickr/diffusor)

Diese unscheinbare weiße Tablette kann das Risiko für Hautkrebs senken. Sonnencreme sei aber allemal wirksamer, sagen Wissenschaftler. (Foto: flickr/diffusor)

Tierversuche weisen darauf hin, dass NSAR das Wachstum von Präkanzerosen, Gewebeveränderungen, die einer Krebserkrankung vorausgehen, hemmen können. Ob dies auch auf den Menschen zutrifft, wird derzeit noch erforscht.

Alles in allem sind sich die Wissenschaftler aber einig, dass die beste Prävention für Hautkrebs darin liege, Sonnenbrand zu vermeiden. Hazel Nunn von der Organisation Cancer Research UK sagte der BBC: „Sonnenbrand ist ein klares Zeichen, dass die Haut geschädigt ist. Dieser Schaden kann größer werden und in der Zukunft zu Hautkrebs führen. Es gibt zunehmende Beweise, dass Aspirin das Risiko für einige Krebsarten senkt, doch noch ist es zu früh, um sagen zu können, ob Hautkrebs dazugehört. Aspirin kann beträchtliche Nebenwirkungen haben – deshalb ist es wichtig, mit einem Arzt über die Risiken und Nutzen zu sprechen, wenn Sie darüber nachzudenken, es regelmäßig einzunehmen.“

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