Pharmaindustrie

Effizienz: Merck will 900 Stellen in Deutschland abbauen

Misserfolge in der Entwicklung von Medikamenten ließen den Aktienkurs sinken des Pharmakonzerns Merck sinken. Nun soll die Buchhaltung aus Kostengründen nach Osteuropa verlegt werden.

Der Pharmakonzern Merck muss sparen: Nach Fehlschlägen in der Entwicklung von Arzneimitteln wie Cladribin und Erbitux, die den Aktienkurs in den Keller gehen ließen, will Konzernchef Karl-Ludwig Kley einen harten Sanierungskurs fahren. In Deutschland stehen dabei 900 Arbeitsplätze auf der Kippe.

Dabei soll es keine Kündigungen geben: „Ich rechne damit, dass bis zu 900 Mitarbeiter in Deutschland das Angebot von Altersteilzeit und freiwilligem Ausscheiden annehmen“, sagte Betriebsratsvorsitzender Heiner Wilhelm der Nachrichtenagentur dpa. Anfragen nach Neueinstellungen und Sonderschichten, behandle man, so Wilhelm, derzeit „sehr vorsichtig“: „Wir können den Leuten nicht vermitteln, dass sie Sonderschichten fahren sollen, wenn auf der anderen Seite Stellenstreichungen geplant werden.“

Doch viele Möglichkeiten hat Merck nicht. Ab 2014 will das Unternehmen allein in seiner Pharmasparte Merck Serono pro Jahr 300 Millionen Euro einsparen. Bereits Ende April hatte Merck angekündigt, die Zentrale der Tochter Serono in Genf schließen zu wollen. Dort hatte der Konzern 1250 Beschäftigte, 750 Stellen sollen an andere Standorte verlagert werden. „Wie viele davon an den Firmensitz nach Darmstadt kommen, wissen wir noch nicht“, sagte Wilhelm.

Außerdem will Merck 200 Stellen aus der Buchhaltung und der Finanzdienstleistung von Darmstadt nach Osteuropa verlagern. Die Verhandlungen des Konzerns mit Arbeitnehmervertretern haben bereits Ende Februar begonnen.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Ende Mai hatte die Ratingagentur Standard & Poor‘s (S&P) bekannt gegeben, den Ausblick des bestehenden BBB+-Ratings für Merck von „stabil“ auf „positiv“ anzuheben. „Wir freuen uns, dass S&P unseren starken Cash Flow und den zukunftsgerichteten Ansatz in Form unseres Effizienzsteigerungsprogramm würdigt“, kommentierte Matthias Zachert, Chief Financial Officer von Merck.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *