Krankenkassen

Überschuss: Gutes 1. Quartal für die gesetzlichen Krankenkassen

Die Überschüsse in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigen weiter: Das erste Quartal 2012 hat den Kassen ein Plus von 1,51 Milliarden Euro beschert. Die Ausgaben lagen mit 45,96 Milliarden Euro unter den Einnahmen in Höhe von 47,47 Milliarden Euro.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) freut sich und fordert die Krankenkassen nochmals auf, die Versicherten an den Überschüssen teilhaben zu lassen: „Die anhaltend positive Finanzentwicklung bei den Krankenkassen ist sehr erfreulich und bestätigt die Erfolge der Bundesregierung. […] Überschüsse sind das Geld der Versicherten, was auch ihnen zugute kommen muss, das kann zum Beispiel durch Leistungsverbesserungen und Prämienzahlungen geschehen. Angesichts der aktuellen Zahlen besteht aber überhaupt kein Anlass, bei notwendigen und überschaubaren Mehrausgaben bereits wieder eine defizitäre Finanzentwicklung der gesetzlichen Krankenkassen an die Wand zu malen.“

Die Ausgaben für Arzneimittel sind im vergangenen Jahr um 280 Millionen Euro gestiegen. Doch liegen sie immer noch um 70 Millionen Euro unter den Ausgaben von 2010. (flickr/Be.Futureproof)

Die Ausgaben für Arzneimittel sind im vergangenen Jahr um 280 Millionen Euro gestiegen. Doch liegen sie immer noch um 70 Millionen Euro unter den Ausgaben von 2010. (flickr/Be.Futureproof)

Die Krankenkassen möchten sich darauf allerdings nicht festlegen und reichen den Versicherten erst einmal den kleinen Finger und verzichtet auf Zusartbeiträge: „Die gesetzliche Krankenversicherung ist in einer guten Verfassung und Dank der Reserven sind neue Zusatzbeiträge in absehbarer Zeit wohl kein Thema“, sagt Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. Lieber denke man an die Zukunft: „Wir wollen, dass diese Reserven gesichert und für die künftige Versorgung von Patientinnen und Patienten genutzt werden.“

Der Überschuss konnte erzielt werden, obwohl die Ausgaben in allen Bereichen gestiegen sind, allerdings nicht so hoch wie erwartet. So stiegen die Ausgaben für die Krankenhausbehandlung um 3,3 Prozent im Gegensatz zum Vorjahr. Hier wurde lange Zeit ein Anstieg von 4,3 Prozent prognostiziert. Ein Umstand, der die Kliniken auf den Plan ruft: „Es findet keine bedenkliche und besonders erklärungsbedürftige Mengenausweitung statt“, sagt Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), „es bestätigt sich wieder, dass der GKV-Spitzenverband mit völlig haltlosen Behauptungen über die Ausgabenentwicklung unverantwortlich und unseriös umgeht. Es wird Zeit, die Leistungserbringer in den Schätzerkreis einzubeziehen und sich nicht länger von den unseriösen Prognosen der Krankenkassen gesundheitspolitisch steuern zu lassen.“

Die Gründe für die Überschüsse liegen nach Meinung der Bundesregierung in ihrer eigenen Politik: So zeige sich beispielsweise, „dass das Arzneimittel-Sparpaket, das die Bundesregierung in 2010 auf den Weg gebracht hatte, weiterhin seine Wirkung entfaltet“. Zwar sind die Ausgaben für Arzneimittel im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent gestiegen, doch liegen sie um „rund 100 Mio. Euro“ (Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums, genauer: 70 Millionen) unter den Ausgaben im 1. Quartal des Jahres 2010.

Außerdem blickt die Regierung ungeachtet der Krise optimistisch in die Zukunft: „Trotz der konjunkturellen Risiken in der Euro-Zone zeichnet sich bereits jetzt ab, dass die gesetzliche Krankenversicherung auch Ende 2012 auf einer soliden Finanzgrundlage stehen wird.“ Der GKV-Spitzenverband ist da vorsichtiger: „Wer nur auf die Zahlen des vergangenen Jahres schaut und auf dieser Grundlage die künftigen Einnahmen kürzt, organisiert das Minus von morgen.“

Kommentare

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  1. Gut gerechnet: 47,47 – 45,6 = 1,51 ?
    Die 1,51 Mrd. stimmen, die Ausgaben aber nicht: Lt. KV45 aus dem ersten Quartal betragen die Ausgaben in der GKV 45,96 Mrd. Euro; dann passen auch die 1.51 Mrd. Überschuss