Infektionen

Infektion im Krankenhaus: Knapp 4 % der Patienten betroffen

Die am häufigsten auftretende Infektion, die Patienten während eines Krankenhausaufenthalts bekommen, ist die postoperative Wundinfektion. Neue Untersuchungen belegen, dass die Behandlungen mit Antibiotika gegen diese Infektionen zugenommen haben, die maßgeblich zur Verbreitung von resistenten Keimen beitragen.

Eine europaweite Erhebung soll Zahlen zur Verbreitung von Infektionen, die sich Patienten in KrankenhäuserDn zuziehen, liefern. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat jetzt erste Zahlen zu den sogenannten „nosokomialen Infektionen“ vorgelegt.

So ziehen sich im Schnitt 3,93 % der Patienten eine Infektion während eines Krankenhausaufenthaltes zu. Am häufigsten handelt es sich dabei um Wundinfektionen nach einer Operation, diese Fälle haben einen Anteil von 24,7 %. Andere Fälle sind Harnwegsinfektionen (22,4 % Anteil) oder untere Atemwegsinfektionen (21,5 % Anteil).

Das E.-coli-Bakterium: Es ist die häufigste Ursache für nosokomiale Infektionen. (Foto: flickr/CdePaz)

Das E.-coli-Bakterium: Es ist die häufigste Ursache für nosokomiale Infektionen. (Foto: flickr/CdePaz)

Die Zahl der Patienten mit einer nosokomialen Infektionen ist seit knapp 20 Jahren nicht signifikant gestiegen: Im Jahr 1994, als eine vergleichbare Erhebung stattfand, betrug die Zahl der im Krankenhaus infizierten Patienten 3,46 %. Eine Zahl die seither auffälliger gestiegen ist, ist die der Patienten, die mit Antibiotika behandelt werden. Lag sie 1994 noch bei 17,7 %, so weist die aktuelle Erhebung, die von September bis Dezember 2011 durchgeführt wurde, einen Anteil von 26,94 % mit Antibiotika behandelten Patienten aus.

„Die Erfassung und Bewertung von nosokomialen Infektionen und der Antibiotikaanwendung ist wesentliche Grundlage für die Wahrnehmung und Beherrschung des Problems“, so das RKI. Antibiotika tragen maßgeblich zur Verbreitung von resistenten Keimen bei. Die häufigsten Erreger von nosokomialen Infektionen sind E.-coli-Bakterien (18,4 Anteil), Staphylokokken (13,3 %) und Enterokokken (12,8 %).

Für die Erhebung wurden insgesamt 134 Krankenhäuser mit 39.699 Patienten untersucht. Damit übersteigt die Menge der Daten die von der zuständigen erbetene Stichprobe um ein Vielfaches: Das Europäische Zentrum für Krankheitsprävention und Kontrolle in Stockholm (European Centre for Disease Prevention and Control, ECDC) hatte um die Daten von 46 Krankenhäusern und 9.626 Patienten gebeten.

Die Daten sind zurzeit auch noch nicht vollständig ausgewertet. So müsse „bei einer sorgfältigen Interpretation der Ergebnisse […] neben weiteren Aspekten auch betrachtet werden, dass das Durchschnittsalter der Krankenhauspatienten seit 1994zugenommen und die durchschnittliche Liegedauer abgenommen hat“. Ebenfalls kann auch noch Vergleich mit anderen europäischen Ländern stattfinden, da dort in vielen Fällen die Untersuchung noch nicht abgeschlossen sei. Der Wert des Anteils an nosokomial infizierten Patienten aus dem Jahre 1994 war im internationalen Kontext auf alle Fälle schon mal „vergleichsweise günstig“.

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