Herz-Kreislauf

Deutsche Herzstiftung: Große Unterschiede bei Versorgung

In ihrem aktuellen Jahresbericht weist die Deutsche Herzstiftung auf Mängel in der Versorgung von Herzerkrankungen hin. Mit flächendeckenden verbesserten Präventionsmaßnahmen, denen sie höchste Priorität einräumt, sollen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bald in allen Bundesländern gleich gut behandelbar sein.

Die Deutsche Herzstiftung weist in ihrem Jahresbericht 2011 auf Mängel in der Versorgung von Herzkranken hin und betont die wichtige Rolle der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Doch zunächst gibt es auch Erfolge zu vermelden: So ist die Herzinfarktsterblichkeit in den Jahren von 2000 bis 2010 um knapp 17 Prozent zurückgegangen. Starben im Jahr 2000 noch 81,8 von 100.000 Einwohnern an den Folgen eines Herzinfarkts, kamen 2010 67,9 Sterbefälle auf 100.000 Einwohner. Außerdem hat sich die Zahl der Sterbefälle zwischen 1980 und 2009 von 92.801 auf 56.226 reduziert. Die Deutsche Herzstiftung führt diesen Rückgang auf große Fortschritte in der Behandlung des Herzinfarkts durch moderne Therapieverfahren zurück.

Die Deutsche Herzstiftung unterstützt viele Projekte, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. So zum Beispiel Seilspringen an Grundschulen. (Foto: flickr/gorbould)

Die Deutsche Herzstiftung unterstützt viele Projekte, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. So zum Beispiel Seilspringen an Grundschulen. (Foto: flickr/gorbould)

Die Deutsche Herzstiftung stellt in ihrem Jahresbericht jedoch fest: „Allerdings ist die Versorgung von Herzkranken in den verschiedenen Regionen Deutschlands nicht gleich gut.“ Während beispielsweise in Hamburg auf 100.000 Einwohner 53,3 Sterbefälle kamen, waren es in Sachsen-Anhalt im selben Zeitraum (2010) ganze 111,5. Als vorrangiges Ziel sieht es die Stiftung daher an, „die Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirklich flächendeckend zu verbessern“. Dazu soll neben regionalen Initiativen wie Herzinfarktnetze und Projekten gegen Herzinfarkt und plötzlichen Herztod insbesondere die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine bedeutendere Rolle einnehmen.

„Angesichts der aktuellen Studienlage müssen wir der Präventionsarbeit, beginnend im Kindesalter, noch viel mehr Gewicht einräumen, als das bislang geschehen ist“, sagt der Vorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Prof. Dr. med. Thomas Meinertz. Eine große Herausforderung sei der weit verbreitete Bewegungsmangel in der Bevölkerung, der als einer der Hauptrisikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen und als Grund für Übergewicht gilt. Mehr als die Hälfte der Deutschen hat nach Angaben des Robert-Koch-Instituts einen Body-Mass-Index (BMI) von über 25 und gilt damit als übergewichtig; idealerweise sollte der BMI von Erwachsenen zwischen 22,5 und 24,9 liegen. Etwa 23 Prozent der Deutschen weisen sogar einen BMI von über 30 auf und gelten damit als adipös. „Diese Daten sind besorgniserregend. Stark übergewichtige Menschen und Diabetiker setzen sich verstärkt dem Risiko eines Herz-Kreislauf-Leidens aus“, so Prof. Meinertz.

Zur Förderung der Prävention hat die Deutsche Herzstiftung im Jahr 2011 rund vier Millionen Euro ausgegeben, beispielsweise für das Seilspringprojekt „Skipping Hearts“ das an Grundschulen in sechs Bundesländern stattfindet. Außerdem hat sie die Herz-Kreislauf-Forschung mit 1,4 Millionen Euro unterstützt.

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