Pharmaindustrie

Erstes Halbjahr 2012: Arzneimittelkosten steigen um 3,5 %

Von Januar bis Juni 2012 gaben die gesetzlichen Krankenkassen für Medikamente 13,8 Milliarden Euro aus – lediglich bei den Impfstoffen konnten die Kosten um 410 Millionen Euro, 1,8 %, gesenkt werden. Durch die Beitragsgelder der Versicherten sollen die Ausgaben für Medikamente weiter eingegrenzt werden.

Nachdem über Jahre hinweg die Kosten für Arzneimittel immer weiter gestiegen und zur Kostendämpfung Rabatte eingeführt und Abschläge erhöht worden waren, kamen auf die gesetzlichen Krankenkassen im ersten Halbjahr 2012 wieder mehr Ausgaben für Medikamente zu. So gaben sie 13,8 Milliarden Euro im Zeitraum von Januar bis Juni 2012 für Arzneimittel aus. „Dies bedeutet eine Ausgabensteigerung gegenüber dem Vergleichshalbjahr 2011 um 3,5 Prozent“, sagt Raimund Nossek, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BKK Landesverbands Mitte.

Um die Kosten für Arzneimittel einzudämmen, wurden Apotheken- und Herstellerabschlag angehoben sowie ein Großhandelsrabatt eingeführt. Dadurch konnten im vergangen Jahr die Arzneimittelkosten zum ersten Mal seit Jahren wieder gesenkt werden, bevor sie nun wieder gestiegen sind. Diese machen nach den Ausgaben für Krankenhäusern und niedergelassene Ärzte den drittgrößten Ausgabenposten der Krankenkassen aus. Positiv haben sich die Ausgaben für Impfstoffe entwickelt: Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 sind sie in diesem Jahr um 1,8 Prozent zurückgegangen und betrugen 410 Millionen Euro.

Nachdem die Arzneimittelkosten im letzten Jahr durch verschiedene Maßnahmen gesenkt werden konnten, sind sie im ersten Halbjahr 2012 wieder gestiegen. BKK-Vorstand Nossek will „am eingeschlagenen Weg festhalten“. (Foto: flickr/Waleed Alzuhair)

Nachdem die Arzneimittelkosten im letzten Jahr durch verschiedene Maßnahmen gesenkt werden konnten, sind sie im ersten Halbjahr 2012 wieder gestiegen. BKK-Vorstand Nossek will „am eingeschlagenen Weg festhalten“. (Foto: flickr/Waleed Alzuhair)

„Wir sollten unbedingt am eingeschlagenen Weg der Ausgabenbegrenzung bei Arzneimitteln festhalten“, sagt Nossek und hebt hervor, dass die Beitragsgelder der Gesundheit der Versicherten zugute kommen sollten. Dies sei keine Frage von immer mehr oder immer teureren Medikamenten, sondern von „klug verzahnten Versorgungsstrukturen“. Als Beispiel nennt Nossek Verträge zur integrierten Versorgung. So können die Kassen seit 2011 auch Verträge direkt mit pharmazeutischen Unternehmen abschließen.

Die Grundlage für die vorgestellten Daten bilden die Abrechnungsergebnisse der Apothekenrechenzentren. Die Angaben zu den Arzneimittelausgaben umfassen die effektiven Zahlungen der Gesetzlichen Krankenversicherung an die Apotheken. Darin ist die Mehrwertsteuer enthalten, die Abschläge der Apotheken und Hersteller wurden abgezogen, ebenso wie Zuzahlungen, die die Patienten selbst leisten mussten.

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