Alzheimer

J&J und Pfizer stoppen Forschung an Alzheimer-Medikament

Die erste klinische Studie der intravenös (IV) verabreichen Version von Bapineuzumab ist fehlgeschlagen. Jedoch seien die Studien-Daten verwertbar, um das Medikament weiterhin auf seine vorbeugende Wirkung hin zu untersuchen.

Die US-amerikanischen Pharmahersteller Johnson & Johnson und Pfizer haben einen Rückschlag in der Entwicklung ihres Alzheimermedikaments Bapineuzumab hinnehmen müssen. Die Unternehmen kündigten an, die Forschungen nicht weiterführen zu wollen.

Beide Firmen gaben am 23. Juli bekannt, dass die erste klinische Studie der intravenös (IV) verabreichten Version von Bapineuzumab nicht erfolgreich verlaufen sei. In einer klinischen Studie hat es das Mittel nicht geschafft, die kognitive und funktionale Leistung von Alzheimer befallener Patientengehirne zu steigern. Im Vergleich mit einem Placebo konnten keine nennenswerten Verbesserungen festgestellt werden.

Das Alzheimermedikament Bapineuzumab konnte in einer klinischen Studie keine signifikante Wirkung zeigen. Die Unternehmen Johnson & Johnson und Pfizer wollen die Forschung nun nicht weiterführen. (Foto: flickr/Meritxell Garcia)

Das Alzheimermedikament Bapineuzumab konnte in einer klinischen Studie keine signifikante Wirkung zeigen. Die Unternehmen Johnson & Johnson und Pfizer wollen die Forschung nun nicht weiterführen. (Foto: flickr/Meritxell Garcia)

In der Studie wurde das Mittel an Patienten getestet, die ein Gen besaßen, das mit einem erhöhten Alzheimerrisiko in Verbindung gebracht wird. Doch die Resultate in dieser Gruppe waren weitgehend die gleichen wie in einer zweiten Patientengruppe, die nicht über das besagte Gen verfügt. Das Ergebnis dieser zweiten Studie bedeute, dass es in Zukunft keine weiteren Tests der IV-Version von Bapineuzumab geben werde. Johnson & Johnson kündigte jedoch an, eine Studie zum subkutanen Gebrauch fortführen zu wollen. Der Konzern hatte erst 2009 beschlossen, 1,5 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung von Bapineuzumab zu investieren.

Steven Romano, Leiter der Pfizer‘s Medicines Development Group, zeigt sich von der gescheiterten Studie „natürlich sehr enttäuscht“: „Es ist ebenfalls traurig, dass eine Gelegenheit vertan ist, Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Alzheimererkrankung eine bedeutende Linderung zu verschaffen.“

Den Grund für das Versagen des Medikaments in der aktuellen Studie sehen einige Experten in der Verwendung von Bapineuzumab bei Patienten, deren Gehirne bereits von Alzheimer angegriffen sind: „Eine der am häufigsten vertretenen Ansichten auf diesem Gebiet ist, dass man Menschen behandeln muss, noch bevor sie dement werden“, sagt William Thies, Forschungsvorstand der Organisation Alzheimer‘s Association. Er fügte hinzu, dass das Medikament weiterhin auf seine vorbeugende Wirkung hin untersucht werden sollte.

Außerdem hob Thiess die Bedeutung der Studiendaten hervor: „Diese Studien sind immens wichtig für uns, um mehr über die Krankheit Alzheimer zu erfahren und der Teil dieses Prozesses beginnt damit, dass die Daten weiterhin auf unterschiedliche Arten verarbeitet werden.“

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