Ernährung

Fettleibigkeit kann zu Demenz führen

Eine Studie belegt, dass bei Übergewichtigen die kognitive Leistungsfähigkeit sinkt, ebenso bei Menschen, die ein extrem niedriges Gewicht haben. Normalgewicht und ein aktives geistiges Leben, sind die beste Vorsorge gegen Demenz.

Starkes Übergewicht ist nicht nur schlecht für das Herz und begünstigt die Entstehung von Diabetes und  Krebs, sondern erhöht einer Studie des französischen Forschungsinstituts Inserm zufolge auch das Risiko, an einer Demenz zu erkranken.

Die Forschergruppe um Dr. Archana Singh-Manoux hat nachgewiesen, dass Menschen mit Übergewicht, die ansonsten gesund sind, besonders anfällig für kognitive Störungen sind. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Neurology“ der American Academy of Neurology (AAN) veröffentlicht.

Dass Übergewicht schlecht für die Gesundheit ist, ist allgemein bekannt. Doch auch die geistige Gesundheit kann schwere Schäden davontragen (Foto: flickr/valkie76)

Dass Übergewicht schlecht für die Gesundheit ist, ist allgemein bekannt. Doch auch die geistige Gesundheit kann schwere Schäden davontragen (Foto: flickr/valkie76)

An der Studie nahmen insgesamt 6401 Menschen teil, die zu Beginn durchschnittlich 50 Jahre alt waren. Während der nächsten zehn Jahre unterzogen sich die Testpersonen größtenteils drei Untersuchungen zu Gedächtnisleistungen und anderen kognitiven Eigenschaften. Dabei nahmen 65,8 Prozent an allen drei Tests teil, 22,5 Prozent an zwei und und 11,7 Prozent an einem.

Während der zehn Jahre fielen die Punktzahlen in den Tests bei übergewichtigen Personen und solchen krankhaften Stoffwechselwerten um 22,5 Prozent schneller als Vergleichspersonen mit Normalgewicht und ohne Herz-Kreislaufkrankheiten. Doch auch in der Gruppe derjenigen ohne Stoffwechselprobleme gab es in der Auswertung der Tests Unterschiede zwischen Normal- und Übergewichtigen.

Welche Zusammenhänge zwischen Übergewicht und kognitiven Störungen bestehen, ist noch eine Sache der Spekulation. „Es könnten gefäßabhängige Störungen sein, Fett lagert sich in den Gefäßen ab und verengt sie“, sagt Günther Deuschl, Leiter der Klinik für Neurologie an der Uniklinik Kiel und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Eine andere Theorie sei, dass vom Fettgewebe Hormone ausgingen, die Einfluss auf das Gehirn hätten.

Noch vor einigen Jahren waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass Übergewicht nur im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Problemen schädlich sei. Diese These gelte für Demenz aber nicht, sagt Deuschl. Er betont, dass die Testpersonen noch keine Demenz hätten, wohl aber kognitive Auffälligkeiten, die auf Dauer zu einer Demenz führten. Um dem Ganzen vorzubeugen helfe allerdings auch kein extrem niedriges Gewicht: „Der Mensch lebt am längsten und bleibt dabei geistig und körperlich gesund, wenn er Normalgewicht hat. Regelmäßige sportliche Aktivität und ein aktives geistiges und soziales Leben sind beste Vorsorgemaßnahme gegen die Demenz“, so Deuschl.

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