Gesundheitsmarkt

2012: Gutes Jahr für Generikahersteller

Die auslaufenden Patente von Markenarzneimitteln wirken sich mit einem Umsatzvolumen von 37 Milliarden US-Dollar auf den Wachstum der Generikabranche positiv aus. Indien ist der größte Generikahersteller der Welt und wird in Zukunft international eine größere Rolle spielen.

Die Hersteller von Generika dürfen sich auf eine goldene Zukunft freuen: Allein im Jahr 2012 werden Markenarzneimittel mit einem Umsatzvolumen von 37 Milliarden US-Dollar ihren Patentschutz verlieren. Die Beratungsfirma Frost & Sullivan hat in einer Studie errechnet, dass sich die Umsätze in der Generikabranche bis zum Jahr 2018 auf 231 Milliarden Dollar im Jahr 2018 erhöhen dürften; 2010 betrug das Volumen noch 124 Milliarden Dollar.

In Wirtschaftsregionen mit starkem Wachstum – etwa in den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China – liegt der größte Markt für Generika. Teilweise decken dort Generika bis zu 80 Prozent des Arzneimittelmarktes ab. Indien ist selbst der größte Generikahersteller der Welt und Experten erwarten, dass indische Firmen in Zukunft international eine größere Rolle spielen werden: „Indische Firmen sind dabei am weitesten fortgeschritten, was Produktbreite, Vertriebsstrukturen und Experise in der Herstellung angeht. Damit können sie auch in Märkten wie den USA oder Deutschland eine Rolle spielen“, sagte Kai Brüning, Portfoliomanger von Apo Asset Management der Financial Times Deutschland. In den Schwellenländern spielen vor allem der steigende Bevölkerungsanteil, der sich eine medizinische Versorgung leisten kann eine große Rolle, ebenso wie die Bemühungen der Regierungen die Kosten im Gesundheitsbereich unter Kontrolle zu halten.

Indien hat noch einiges aufzuholen. Zumindest der Markt für Generika dürfte in Zukunft boomen. (Foto: flickr/mckaysavage)

Indien hat noch einiges aufzuholen. Zumindest der Markt für Generika dürfte in Zukunft boomen. (Foto: flickr/mckaysavage)

Weitere Wachstumsmärkte für Generikahersteller liegen im afrikanischen und asiatischen Raum: Die südafrikanische Firma Aspen Pharmacare beispielsweise gehört zu den Überfliegern im operativen Geschäft und beim Aktienkurs. Sie hat ihren Absatzschwerpunkt im afro-asiatischen Raum und profitiert hier von dem Trend, dass staatliche und private Krankenversicherungen dort häufig nur die Kosten für Generika übernehmen.

Wer auf einem regionalen Markt Zugang erhalten möchte, der sollte sich als Generikahersteller mit Firmenübernahmen beschäftigen. „Was die Zahl der Akteure wie auch länderspezifische Eigenheiten angeht, ist der Generikamarkt stärker von regionalen Besonderheiten geprägt als bei verschreibungspflichtigen Medikamenten“, so Analyst Elmar Kraus von der DZ Bank zur FTD. Die US-amerikanische Firma Watson Pharma etwa plant, durch den Zukauf des Schweizer Herstellers Actavis für 4,5 Milliarden Euro zum drittgrößten Generikaanbieter der Welt zu werden.

Die zu erwartenden Gewinne der Generikahersteller nach dem Auslaufen der Patente werden sich sich in den Bilanzen der forschenden Pharmaunternehmen als Umsatzrückgänge niederschlagen. Es ist zu erwarten, dass sie noch stärker als bislang versuchen werden, die Kosten für den Bereich „Forschung & Entwicklung“ zu senken. Das geschieht vor allem durch die Auslagerung des F&E-Bereichs an kleine Biotech-Unternehmen, wie AstarZeneca, Bayer oder Sanofi-Aventis es bereits vorgemacht haben.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *