Übernahme-Poker

B. Braun steigt in die Schlacht um Rhön-Kliniken mit ein

Das Pharma- und Medizinbedarfsunternehmen B. Braun hält fünf Prozent an Krankenhauskette Rhön-Klinikum AG. Der Gesundheitskonzern Fresenius hat damit neben den Krankenhausbetreibern Asklepios und Sana einen dritten Gegenspieler bekommen.

Die Krankenhauskette Rhön-Klinikum AG wird immer begehrter: Mit dem Pharma- und Medizinbedarfsunternehmen B. Braun aus Melsungen hat der an einer Übernahme interessierte Gesundheitskonzern Fresenius einen weiteren Konkurrenten bekommen. Wie Rhön in einer Stimmrechtsmitteilung bekanntgab, hält das Melsunger Unternehmen fünf Prozent an der Klinikkette.

Damit hat Fresenius nun neben den Krankenhausbetreibern Asklepios und Sana einen dritten Mitbewerber um die Übernahme von Rhön. Der Plan von Fresenius, Rhön mit der eigenen Konzerntochter Helios-Kliniken zu Deutschlands größter Krankenhauskette zu verschmelzen, ist somit wieder ein wenig mehr vom Scheitern bedroht. Die Helios-Kliniken sind einer der größten deutschen privaten Krankenhausbetreiber, selbst ohne die Übernahme von Rhön rechnet man bei Fresenius mit 4 bis 4,25 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2015 bei den Helios-Kliniken.

Mit dem Medizingerätehersteller B. Braun gibt es nun einen weiteren Interessenten für die Übernahme der Rhön-Kliniken. Hauptinteressent Fresenius hat womöglich das Nachsehen. (Foto: RHÖN-KLINIKUM AG)

Mit dem Medizingerätehersteller B. Braun gibt es nun einen weiteren Interessenten für die Übernahme der Rhön-Kliniken. Hauptinteressent Fresenius hat womöglich das Nachsehen. (Foto: RHÖN-KLINIKUM AG)

Fresenius hatte Ende Juni 2012 versucht, Rhön zu übernehmen, war damit aber trotz eines Angebots von 3,9 Milliarden Euro gescheitert. Fresenius hatte eine Aktienmehrheit von 90 Prozent angestrebt, konnte aber nur 84,3 Prozent auf sich ziehen. Nach dem Einstieg von B. Braun prüft Fresenius nun, ob der man einen weiteren Anlauf zur Rhön-Übernahmen wagen will. 26 Millionen Euro an Beratungsgebühren hat Fresenius für den gescheiterten Übernahme-Deal bereits ausgeben müssen.

Im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern betreibt B. Braun keine eigenen Krankenhäuser, beliefert sie aber zum Beispiel mit medizinischen Geräten oder chirurgischen Instrumenten. Das Unternehmen fuhr im Jahr 2011 einen Umsatz von knapp 4,6 Milliarden Euro ein. Schon 2005 hatte man sich in Melsungen für den Krankenhausmarkt interessiert und als Minderheitsbieter gemeinsam mit Asklepios ein Angebot für das Uniklinikum in Geißen und Marburg vorgelegt. Den Zuschlag hatte damals allerdings Rhön erhalten.

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