Pharmaindustrie

Großer Forschungsetat: Roche bleibt forschungsfreudig

Der Schweizer Pharmahersteller Roche will seine Investitonen stabil halten. Die Schwellenländer bieten durch ihre hohe Nachfrage ein großes Wachstumspotential – Roche möchte deshalb dort seine Produktivität ausweiten und sieht zukünftig auch Chancen in den Entwicklungsländern.

Im Gegensatz zu anderen Pharmakonzernen, die ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung zurückschrauben oder diesen Bereich gleich an externe Firmen auslagern, will das Schweizer Unternehmen Roche seine Investitionen stabil halten. Über acht Milliarden Schweizer Franken (etwa 6,7 Milliarden Euro) hat Roche im vergangenen Jahr für Forschung und Entwicklung ausgegeben.

Der größte Teil der Forschungsausgaben soll nach wie vor in die Onkologie fließen, da hier „großer medizinischer Bedarf“ bestehe und man „über herausragende Kompetenzen“ verfüge. Andere Bereiche, in die Geld fließen soll, sind die Neurowissenschaften, Stoffwechselerkrankungen sowie Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen.

Roche will weiterhin ein innovatives Pharmaunternehmen bleiben und kürzt seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung deshalb nicht. Besonderer Augenmerk liegt dabei auf der Krebsforschung. (Foto: flickr/Lab Science Career)

Roche will weiterhin ein innovatives Pharmaunternehmen bleiben und kürzt seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung deshalb nicht. Besonderer Augenmerk liegt dabei auf der Krebsforschung. (Foto: flickr/Lab Science Career)

Zurzeit hat Roche noch 72 neue Wirkstoffe in der Pipeline, 19 klinische Studien befinden sich in der Endphase, deren Ergebnisse in den kommenden anderthalb Jahren vorliegen sollen. Bei zwölf dieser klinischen Studien handelt es sich ebenfalls um sogenannte „new molecular entities“ (NME). Besonders in der „personalisierten Medizin“ will Roche weiter vorankommen und hat derzeit konzernweit über 200 Entwicklungsprojekte mit Begleitdiagnostika zu laufen.

„Es ist die Strategie von Roche, differenzierte Arzneimittel und Diagnostika für Krankheiten zu entwickeln, wo ein hoher medizinischer Bedarf besteht und Patienten eine grossen therapeutischen Nutzen haben“, sagt Severin Schwan, CEO der Roche-Gruppe. „Über 60 % der Projekte in unserer Pharma-Pipeline werden bereits mit diagnostischen Begleittests entwickelt, damit wir die Behandlung effektiver gestalten können“, so Schwan.

Roche will daran arbeiten, den Zugang zu seinen Produkten für Patienten in Industrieländern weiter zu verbessern. Doch auch auf den Markt in Schwellenländern hat man ein Auge geworfen: „Wachsende persönliche Einkommen und die Entwicklung öffentlicher Gesundheitswesens“ erhöhten dort „die Nachfrage nach der Verabreichung und Verschreibung hoch innovativer Arzneimittel“. In den vergangenen Jahren sei in den Märkten der Schwellenländer eine Reihe von Zugangsprogrammen für Medikamente umgesetzt werden, „in deren Folge die Anzahl an Patienten, die mit Medikamenten von Roche behandelt werden können, signifikant zugenommen hat“. Und wenn endlich auch die Menschen in den Entwicklungsländern anfangen, genug Geld zu verdienen, dann wird sicherlich auch hier die Zahl derer, die mit Medikamenten von Roche behandelt werden können, signifikant zunehmen.

Die Produktivität seiner Forschung-und-Entwicklung-Abteilung will Roche durch „Portfolio-Priorisierung, innovative Entwicklungsdesigns und Kostensparmaßnahmen“ weiter erhöhen. So trägt zum Beispiel die Schließung des Standortes in Nutley, New Jersey, dazu bei, dass Ressourcen freigesetzt werden, die anschließend in die wachsende Pipeline reinvestiert werden können. So bleiben die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stabil, obwohl die Zahl der Projekte ansteigt.

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