Ärzteschaft

Urabstimmung erfolgreich: Nun kommt flächendeckender Ärztestreik

In den kommenden Wochen werden bundesweit viele niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten ihre Praxen schließen, um zu streiken, sie kämpfen für eine angemessene Honorarerhöhung – die von den Kassen vorgeschlagenen 0,9 Prozent seien zu niedrig und deshalb eine „Kampfansage“.

Deutschlands Ärzte werden streiken: 75 Prozent der niedergelassenen Ärzte haben in einer Urabstimmung für den Kampf gegen die Krankenkassen gestimmt. Für die Patienten in Deutschland könnte in den kommenden Wochen der Gang zum Arzt zu einer Geduldsprobe werden: Sie müssen sich bundesweit auf lange Wartezeiten beim Arzt oder verschlossene Praxistüren einstellen. Wenn sich die Ärzte nicht doch noch in letzter Minute mit den Krankenkassen einigen, kommt es bereits im September zu massiven Störungen in der Gesundheitsversorgung.

Die Krankenkassen konnten den niedergelassenen Ärzten kein zufriedenstellendes Honorarangebot machen. Als Konsequenz bleiben die Praxen jetzt geschlossen. (Foto: flickr/Max Klingensmith)

Die Krankenkassen konnten den niedergelassenen Ärzten kein zufriedenstellendes Honorarangebot machen. Als Konsequenz bleiben die Praxen jetzt geschlossen. (Foto: flickr/Max Klingensmith)

„Wir sind kampfbereit“, sagte der Sprecher der Allianz Deutscher Ärzteverbände, Dirk Heinrich. An der enormen Beteiligung zeige sich das hohe Protestpotenzial der Ärzteschaft. Die von den Kassen durchgedrückte Anhebung der Honorare um gerade mal 0,9 Prozent sei eine „Kampfansage an die Praxisärzte“. Die Schlichtung war vor zwei Wochen gescheitert, worauf sich die Kassen auf diese Steiegerung festgelegt hatten. Die Ärzte argumentieren, dass sie seit 2008 keine Erhöhung mit erhalten haben.

Eine Mehrheit von 75 Prozent der 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sprach sich bei einer Urabstimmung für Praxisschließungen aus, wie Organisatoren am Donnerstag in Berlin mitteilten. Die Mediziner wollen damit gegen die zu geringe Honorarsteigerung protestieren.
Noch höher als die Bereitschaft zu Praxisschließungen fiel die Zustimmung zu Protestmaßnahmen insgesamt aus, für die 96 Prozent der befragten Mediziner votierten. Es war das erste Mal, dass die rund 30 Berufsverbände zu einer solchen Urabstimmung aufgerufen hatten. An der Aktion beteiligten sich den Angaben zufolge knapp die Hälfte aller Mediziner (49 Prozent).

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