Subventionen

Wissenschaftler fordert Milliardenhilfe für die Pflegebranche

Frank Weidner kämpft für die Aufwertung des Pflegeberufes und fordert mehr staatliche Investitionen. In einer immer älter werdenden Gesellschaft sei dies seiner Meinung nach notwendig, zudem drohe in den ländlichen Regionen ein Pflegenotstand.

Der Dekan der Pflegewissenschaftlichen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar, Prof. Dr. Frank Weidner, fordert mehr staatliche Investitionen in die Altenpflege. Seiner Ansicht nach ist das Sozialsystem in Deutschland immer noch zu sehr auf Selbsthilfe ausgerichtet. „Darum hält sich der Staat zunächst einmal zurück“, so Weidner. Allerdings werde es in Zukunft nicht so weitergehen können: Immer weniger Familien würden ihre Angehörigen pflegen können, etwa weil beispielsweise Frauen berufstätig seien.

Bundesweite Mahnwachen gegen die Arbeitsbedingungen in der Pflege (hier in Berlin am 11. Mai 2012): Pflegewissenschaftler Frank Weidner spricht sich für staatliche Milliardenhilfen aus, die den Pflegenotstand bekämpfen und den Pflegeberuf aufwerten sollen. (Foto: flickr/Frank Essers)

Bundesweite Mahnwachen gegen die Arbeitsbedingungen in der Pflege (hier in Berlin am 11. Mai 2012): Pflegewissenschaftler Frank Weidner spricht sich für staatliche Milliardenhilfen aus, die den Pflegenotstand bekämpfen und den Pflegeberuf aufwerten sollen. (Foto: flickr/Frank Essers)

Weidner fügt hinzu: „An dieser Stelle brauchen wir mehr staatliche Regelangebote und nicht nur Modellprojekte.“ Besonders die Situation in ländlichen Regionen macht ihm Sorgen; er befürchtet dort einen Pflegenotstand, wie das Ärzteblatt berichtet. „Die besondere Herausforderung dort ist, dass Infrastruktur vorgehalten werden muss“, sagt Weidner. Oft mangele es an wohnortnahen Angeboten der Betreuung und Pflege, die zudem oft aufwendiger und kostenintensiver seien.

Ein weiteres Problem ist der Fachkräftemangel in der Pflegebranche: „Der Markt ist leergefegt“, so Weidner. Schon jetzt sei auch im Bundesland Rheinland-Pfalz die Ausbildung nicht mehr ausreichend, um den künftigen Bedarf zu decken; die Situation sei „sehr angespannt“.

Als Lösung sieht Frank Weidner eine Aufwertung des Pflegeberufs an. Es gibt hier viele Baustellen: So sei die Bezahlung zu niedrig, dafür die Arbeitsbelastung umso höher und die Karrierechancen schlecht. In einer immer älter werdenden Gesellschaft sei es eine Selbstverständlichkeit, dass der Staat die Pflege subventionieren müsse. Weidner: „Das kostet Milliarden, aber die werden ja auch woanders investiert.“

Weidner schlägt weiterhin vor – um die prekäre Situation auf dem Land verbessern – dass die Kompetenzen zwischen Ärzten und Pflegepersonal neu ausgerichtet werden. So müsse nicht dauernd ein Hausarzt durch die Gegend fahren, „das kann auch eine gute Pflegekraft“.

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