Wirtschaft

Gesundheitsbranche: Innovation spart 22,3 Milliarden Krankheitskosten

Innovationen in der Gesundheitsbranche haben die krankheitsbedingten Fehlzeiten der Erwerbstätigen in Deutschland stark verringert und damit zwischen den Jahren 2003 und 2008 indirekte Krankheitskosten von 22,3 Milliarden Euro eingespart.

Die Gesundheitswirtschaft, so stellt das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) immer wieder heraus, ist mit mehr als zehn Prozent jährlicher Bruttowertschöpfung ein Grundpfeiler der deutschen Wirtschaft. Dies gilt vor allem auch aufgrund seiner Verflechtungen mit anderen Bereichen der Volkswirtschaft. So garantiert nach Angaben des BMWi etwa jeder Arbeitsplatz in der Medizintechnik zusätzliche 0,75 Arbeitsplätze in verwandten Bereichen. Aufgrund dessen legt das BMWi Wert darauf, dass Ausgaben in diesem Sektor als wertvolle Investitionen verstanden werden.

So wuchsen zwar die direkten Gesundheitsausgaben von 2002 bis 2008 für Arzneimittel und Therapien um 101,2 Milliarden Euro, wie die Ende 2011 vorgestellte Studie „Innovationsimpulse der Gesundheitswirtschaft“ des BMWi zeigt. Allerdings sanken die indirekten volkswirtschaftlichen Kosten aufgrund einer verbesserten Gesundheit der Bevölkerung (niedrigeren Morbidität) in der Bevölkerung während der gleichen Zeitspanne deutlich, sodass der vermiedene Verlust an Bruttowertschöpfung gegenüber 2002 auf 123,5 Milliarden Euro beziffert wird. Dies entspricht einer Einsparung von 22,3 Milliarden Euro.

BU: Innovationen im Gesundheits- und Medikamentenbereich bringen volkswirtschaftliche Einsparungen. (Foto: wikimedia/Jörg Schulze)

BU: Innovationen im Gesundheits- und Medikamentenbereich bringen volkswirtschaftliche Einsparungen. (Foto: wikimedia/Jörg Schulze)

Möglich machten dies eine verbesserte Diagnostik und Behandlungsverfahren sowie neue Arzneimittel in der Gesundheitsversorgung. Speziell die Branchen Medizintechnik, Pharma­ und Biotechnologie können in Deutschland jedes Jahr mit zunehmenden Verkaufserlösen punkten. Neue Medikamente und neue Therapien werden entwickelt sowie neue Standards in der Behandlung von Krankheiten gesetzt. Laut dem BMWi ist die Innovationsdynamik der Gesundheitswirtschaft auf einem sehr guten Niveau, sodass etwa 30 Prozent aller Bruttoeinnahmen der Medizintechnik aus dem Verkauf von Produkten stammen, die nicht älter als 36 Monate sind.

Auch in der Anästhesie und bei Operationsverfahren kann Deutschland stets neue Fortschritte vorweisen. So steigt etwa die Anzahl ambulant durchgeführter OPs gegenüber den stationären immer weiter an. Daraus ergibt sich, dass sich sowohl die physischen als auch die psychischen Folgeerscheinungen für Patienten reduzieren. Verbessert sich die medizinische Versorgung demnach bei gleichzeitiger Verringerung der Notwendigkeit von Krankenhausaufenthalten, werden Kosten eingespart. Erwerbsfähige können nach einer Krankheit früher in ihren Beruf zurückkehren, sind leistungsfähiger und erwirtschaften mehr Wachstum.

Medizinisch-technische Neuerungen der Gesundheitswirtschaft können des Weiteren dazu beitragen, dass Ärzte vielleicht schon bald in der Lage sein werden, Krankheiten, für die bislang keine Therapiemöglichkeit bestanden, zu diagnostizieren und zu behandeln. In herausragendem Maße zeigen sich die Auswirkungen des Fortschritts in der Medizin anhand des Rückgangs der sogenannten vorzeitigen Sterblichkeit (Mortalität), welche die Zahl der menschlichen Todesfälle bezeichnet, die vor Erreichen des 65. Lebensjahres auftreten. Zwischen 1998 und 2008 betrug der Rückgang sowohl für Männer als auch für Frauen über 22 Prozent.

Angesichts des in Deutschland  vorherrschenden gravierenden demokratischen Wandels gehört wird der nach Möglichkeit lange Erhalt der Arbeitsfähigkeit der Menschen zu einer zunehmend wichtigen Aufgabe.

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