Apotheken

Nach Honorarstreit bei Ärzten: Apotheker fordern mehr Lohn

Das deutsche Gesundheitsministerium spricht den Apotheken 3 Prozent mehr Lohn zu. Das ist dem deutschen Apothekerverband ABDA zu wenig. Auf dem Apothekertag in München forderten die Betroffenen Vergütungsgerechtigkeit.

Nachdem in der vergangenen Woche der Streit zwischen den Ärzten und den Krankenkassen beigelegt werden konnte, fordern nun die Apotheker einen besseren Lohnausgleich: „Wir fordern Vergütungsgerechtigkeit. Das reale Einkommen der Apotheken sinkt. Dem seit fast einem Jahrzehnt unveränderten Apothekerhonorar stehen steigende Sach- und Personalkosten gegenüber. Die jetzt vorgesehenen Verbesserungen reichen nicht hin und nicht her“, sagte Heinz-Günter Wolf, Präsident der Apothekervereinigung ABDA, zur Eröffnung des Apothekertages am Donnerstag in München, einem Bericht der Ärztezeitung zufolge.

Die Bundesregierung hat für das kommende Jahr bereits eine Anhebung des fixen Packungshonorars für die Abgabe eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels von 8,10 auf 8,35 Euro beschlossen. Das ist den deutschen Apothekern zu wenig. So steht auch die Vergütung für Nacht- und Notdienste der Apotheker zur Debatte. Gesundheitsminister Daniel Bahr erklärte dazu auf dem Deutschen Apothekertag in München, dass er mit der Umstellung der Notdienstvergütung auf eine Pauschale das Apothekenhonorar um 120 Millionen Euro anheben möchte. Mittels dieser Maßnahmen sollen Apotheken in ländlichen Gebieten gestärkt werden, da sie von diesen Notdiensten besonders betroffen wären. Eine genaue Ausarbeitung dieser Pläne läge aber gegenwärtig noch nicht vor, schreibt die Pharmazeutische Zeitung.

BU: Der Präsident der Apothekervereinigung ABDA, Heinz-Günter Wolf, begrüßt den Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr auf dem Deutschen Apothekertag in München. (Foto: ABDA)

BU: Der Präsident der Apothekervereinigung ABDA, Heinz-Günter Wolf, begrüßt den Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr auf dem Deutschen Apothekertag in München. (Foto: ABDA)

Diskutiert wurde am Apothekertag vor allem der Kassenabschlag, ein Zwangsrabatt von 2,05 Euro pro Packung den Apotheken gegenüber den Krankenkassen, der jetzt für 2013 von Gesundheitsminister Daniel Bahr mit 1,75 Euro bestätigt wurde. Zuletzt forderte der Hessische Apothekerverband die komplette Abschaffung des Kassenabschlags. Zur Eröffnung der Expopharm, der parallelen Messe zum deutschen Apothekentag, kündigte der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Fritz Becker an:  „Falls der GKV-Spitzenverband den Ausgangswert für die Verhandlungen anders sehen sollte“, werde man „sehr schnell die Schiedsstelle anrufen“, womit er sich auf die 1,75 Euro anstelle der 2,05 Euro bezieht. Becker sieht die Zusammenarbeit zwischen Apothekern und Krankenkassen in diesem Punkt erheblich gestört: „Ohne den Einsatz der Apotheker würde kein einziger Cent aus den Rabattverträgen gehoben werden können. Statt diesen Einsatz zu würdigen, werden wir aber von einigen Krankenkassen mit abenteuerlichen Mahnschreiben überhäuft. Partnerschaftlicher Umgang ist das nicht – ganz im Gegenteil“.

Damit betont er, dass durch diese Rabattverträge immer wieder zusätzlicher Versorgungsdruck aufgebaut werde, da Medikamente ausgewählt werden, die nicht immer verfügbar sind. Aktuelles Beispiel seien hier die Grippeimpfstoffe, innerhalb einiger Bundesländer. „Die Verantwortung liegt hier klar und eindeutig bei den Kassen. Wer milliardenschwere Einsparungen generieren will, der muss seine Verträge sauber aufsetzen und sauber in den Markt einführen.“, sagte Becker der Ärzte-Zeitung zufolge.

Ein Argument der Apothekern, ist das Apothekensterben in Deutschland. Laut ABDA, gibt es zum Ende des Jahres mit 20.922 öffentlichen Apotheken so wenig Apotheken wie seit 1994 (20.903) nicht mehr. ABDA-Chef Wolf bekräftigte: “Wir wollen auch in Zukunft für die Menschen in diesem Land da sein“. Dabei liegt die deutsche Apothekendichte im europäischen Vergleich im Mittelfeld.

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