Krankenhäuser

Kosten für Krankenhausaufenthalte stark gestiegen

Die Krankenhauskosten sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich angestiegen. Als Ursache werden vom GKV-Spitzenverband unnötige Ausgaben der Krankenhäuser aus ökonomischen Motiven vermutet.

Laut einer aktuellen Mitteilung des GKV-Spitzenverbandes betrugen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) für Krankenhäuser im Jahr 2011 etwa 60 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor waren es noch ungefähr 15 Milliarden Euro weniger.

Doch warum sind die Krankenhauskosten derart angestiegen, wenn doch laut Statistik die Kranken durchschnittlich zwei Tage früher die Klinik verlassen als noch 2001 – statt 9,4 sind es nur noch 7,7? „Zum einen spielt sicher auch der technische und wissenschaftliche Fortschritt eine Rolle“, so Ann Marini, stellvertretende Pressesprecherin des GKV-Spitzenverbandes, gegenüber den Deutschen Gesundheits Nachrichten.

Der Anstieg der Krankenhauskosten für die Krankenkassen in den jahren 2001 bis 2011. (Grafik: GKV)

Der Anstieg der Krankenhauskosten für die Krankenkassen in den jahren 2001 bis 2011. (Grafik: GKV)

Zum anderen aber räumt sie ein, dass selbst für den GKV-Spitzenverband in dieser Frage ein gewisser Zündstoff liegt, denn: „Ein größeres Problem erscheint aus unserer Sicht allerdings durch eine nicht demographisch erklärbare Mengenausweitung zu entstehen. Nach ersten Studien muss man davon ausgehen, dass mehr als die Hälfte der jährlichen Steigerung von drei Prozent nicht durch das Älterwerden der Gesellschaft zu erklären sind.“ Im Umkehrschluss bedeutet dies: Es werden deutlich mehr medizinische Leistungen erbracht, als vielleicht notwendig sind. Dieses Ergebnis hatte bereits ein Ende Mai dieses Jahres vom GKV-Spitzenverband in Auftrag gegebenes Gutachten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung Essen (RWI) erbracht.

Johann-Magnus Frhr. v. Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, legte damals schon den Finger in die Wunde: Vieles deute darauf hin, „dass in den Kliniken aufgrund ökonomischer Anreize medizinisch nicht notwendige Leistungen erbracht werden“. Um eine Veränderung herbeizuführen, empfahl er „kurzfristig eine Stabilisierung von Preis und Menge“ sowie „mittelfristig neue Modelle zur Steuerung der Mengen, insbesondere im Bereich planbarer Operationen“, damit „die Anreize für medizinisch nicht notwendige Operationen gemindert werden.“

In absehbarer Zeit soll es eine gemeinsame Studie der Deutschen Krankenhausgesellschaft und des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV) geben, wobei darin noch einmal besonderes Augenmerk auf die Mengenentwicklung gelegt werden soll.

Die allermeisten Krankenhausfälle resultieren nicht erst seit dieser Studie aus kreislaufbedingte Krankheiten. Marini erklärt, dass zwar „die Themen Ernährung, Bewegung und Entspannung seit Jahren die zentralen Anknüpfungspunkte für Präventionsmaßnahmen seitens der Krankenkassen sind“, dass es sich allerdings auch bei Übergewicht, Rückenleiden oder Stresssyndrom „um typische Zivilisationskrankheiten“ handele. Das Engagement der Krankenkassen werde in diesem Punkt „aber ganz sicher zu kurz greifen, wenn sich nicht zusätzlich weitere Teile der Gesellschaft wie Kommunen, Arbeitgeber und andere Institution“ einbringen.

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