Arztlotsen

Ärzte-Beurteilungen: Patienten wollen nicht länger warten

Patienten können auf einem Portal des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) die Leistungen von Ärzten bewerten. Nach einjährigem Bestehen des Portals, zieht der vdek ein positives Fazit. Insgesamt sorge das Portal für mehr Transparenz und sei bei der Arztsuche oder einem Arztwechsel hilfreich.

Über 10.000 Einträge befassten sich auf dem Portal des vdek-Arztlotsen (www.vdek-arztlotse.de) allein mit dem Thema Wartezeit beim Arzt –  mit Abstand das meistkommentierte Thema. „Wichtige Themen für die Patienten sind die Wartezeiten, das Personal und natürlich der Arzt selber“, sagte vdek-Pressesprecherin Michaela Gottfried zu Deutsche Gesundheits Nachrichten. Auf dem Portal werden Schwachstellen im deutschen Gesundheitssystem erkennbar. „Bemängelt wurde zum Beispiel, dass der Arzt kein Einfühlungsvermögen hatte, sich keine Zeit nahm oder einfach unfreundlich war“.

Positiv bewertet wurden kurze Wartezeiten, gründliche Untersuchungen und wenn der Arzt sich Zeit für den Patienten nehme. Das zur Verfügung stehende Freitextfeld wird dabei rege genutzt: Für die Begründung ihrer Bewertungen machten etwa 87 Prozent beziehungsweise 8.300 Patienten davon Gebrauch, sagte Gottfried: „Insgesamt liegen bislang 160.000 Bewertungen vor. Je mehr Nutzer sich beteiligen, desto informativer das Portal.“

Für mehr Qualität bei der Behandlung: Durch die Online-Bewertung von Ärzten wird auch in den Praxen der Wettbewerb erhöht (Foto: Flickr/TipsTimes).

Für mehr Qualität bei der Behandlung: Durch die Online-Bewertung von Ärzten wird auch in den Praxen der Wettbewerb erhöht (Foto: Flickr/TipsTimes).

Die Kassenverband zieht ein positives Fazit über das Portal, welches seit einem Jahr die Möglichkeit bietet, Ärzte, Zahnärzte, psychologische Therapeuten mit kassenärztlicher Zulassung sowie Notfallambulanzen nach einem Schulnotensystem zu bewerten. Das Portal ist auch bei Suche oder Wechsel des Arztes behilflich: „Der vdek-Arztlotse ist ein seriöses, nichtkommerzielles Arztinformationsportal, es hilft bei der Suche nach einem Arzt und sorgt für mehr Transparenz.“ Über 240.000 Adressen beinhaltet das Ärzteverzeichnis des Portals. „Die Nutzer haben zudem die Möglichkeit persönliche Eindrucke aus der Praxis in einem Freitextfeld mitzuteilen“, sagte Gottfried.

Bei der Benotung der Ärzte besteht die Gefahr des Missbrauchs. Gezielten Missbrauch könne allerding kein Internetportal vermeiden, sagte Gottfried. Zudem werde auch nicht die Leistung des Arztes an sich bewertet, sondern lediglich der subjektive Eindruck von Organisation, Personal Behandlung. Ein aussagekräftiges Bild entstehe erst durch eine hohe Anzahl unterschiedlicher  Bewertungen. Zudem sorge bei den Freitextfeldern „ein redaktioneller Filter dafür, dass Schmähkritik ausgeschlossen wird“. Die Mehrheit derjenigen, die das Portal in Anspruch nahmen, war ihren Ärzten eher gut gesonnen. „Im Durchschnitt gaben die Patienten ihren Ärzten gute Noten: Rund 70 Prozent gaben ihren Ärzte die Noten 1 oder 2, etwa zwölf Prozent die Note 5 oder 6“, sagte Gottfried.

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