Medizintechnik

Implantat-Technologie: Biomonitor überwacht Herzfrequenz

Patienten mit Herzrhythmusstörungen können mit einem speziellen Messgerät künftig besser überwacht werden. Am Isar Herz Zentrum gelang es Chirurgen um den Münchner Kardiologen Thorsten Lewalter erstmals, einem Patienten die neue Biomonitor-Technologie zu implantieren.

Mit dem so genannten Biomonitor soll Langzeitschäden von Schlaganfällen effektiver vorgebeugt werden. Sowohl zu langsame, als auch zu schnelle Herzfrequenzen, wie das Vorhofflimmern, können so frühzeitig erkannt werden. Der Biomonitor ist in der Lage ohne Zutun des Patienten die Daten, die er sammelt, wie Herzfrequenz, Aktivitätslevel, Extrasystolen an uns zu übermitteln“, sagte Kardiologe Thorsten Lewalter vom Isar Herz Zentrum in einem Interview. Darüber hinaus lassen sich plötzliche Abfälle der Herzfrequenz und unregelmäßige Herzaktionen feststellen. Münchner Chirurgen vom Isar Herz Zentrum haben nun in einer weltweit ersten Operation das Messgerät einer Patientin implantiert.

Das Implantat sei „ein kleines Wunderwerk der Technik“ und funktioniere bis zu fünf Jahren im menschlichen Körper. Der Biomonitor zeichnet dabei die Herzfrequenz kontinuierlich auf und sendet alle 24 Stunden die Herz-Daten des Patienten an die Ärzte. Das Mini-Gerät wird unter der Haut in Herznähe implantiert. Die Patienten müssen dafür nicht in einer Klinik bleiben und können auch von zu Hause überwacht werden. Das spart Kosten bei den Kliniken und ermöglicht den Patienten, nicht ständig an die Krankheit erinnert zu werden. Solange die übermittelten Daten normal sind, gibt es keinen Handlungsbedarf. Sollte das Gerät einen Fehler entdecken, der eine Behandlung nach sich ziehen muss, kann dies innerhalb von 24 Stunden erfolgen.

Thorsten Lewalter implantiert Patienten den Herzmonitor.

Thorsten Lewalter implantiert Patienten den Herzmonitor.

Der deutsche Medizintechnik-Hersteller Biotronik, der den Biomonitor entwickelt hat, reagiert damit auf die steigende Anzahl von Risikopatienten. Die neue Technologie kann auch bei Ohnmachtsanfällen eingesetzt werden. „Bei unklaren Bewusstlosigkeiten mit dem Verdacht auf zugrunde liegende Herzrhythmusstörungen“ könne das Gerät Informationen liefern, durch die ein plötzlicher Herztod verhindert werden kann, sagte Lewalter.

Rund ein Prozent der Bevölkerung leidet an Vorhofflimmern. Die Herzrhythmusstörung kann Schlaganfälle auslösen und Herzschwäche begünstigen. Mit Hilfe einer Kontinuierlichen Beobachtung können Rhythmusstörungen zeitnah aufgedeckt werden, lobt Lewalter die Innovation. Der Eingriff selbst dauert nur 30 Minuten, in der das Gerät unter die Haut gesetzt wird. Patienten können das Krankenhaus bereits nach einem Tag wieder verlassen. Die Kosten für Einsatz des Biomonitors werden mittlerweile auch durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

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