Dermatologie

Fruchtsäure verspricht Linderung bei Multipler Sklerose

Der körpereigene Stoff Fumarsäureester ist hochwirksam im Schutz von Nervenzellen bei MS-Erkrankungen. Dies fanden Forscher bei MS-Patienten heraus, die zusätzlich fumarsäureesterhaltige Präparate gegen Schuppenflechte zu sich nahmen.

Neurologen am Klinikum der Ruhr-Universität Bochum haben in Fumarsäureester ein neues hochwirksames Mittel zur Besserung von MS-Symptomen gefunden. Durch dessen Einsatz kann die Anzahl der Entzündungsherde im Körper um 90 Prozent und die Wahrscheinlichkeit von Krankheitsschüben um die Hälfte reduziert werden. Multiple Sklerose ist die häufigste neurologische Ursache von Behinderungen bei jungen Menschen. Das körpereigene Immunsystem richtet sich gegen die Nerven des Betroffenen und zerstört die Nervenfaserbahnen. In der Folge kommt es zu Bewegungseinschränkungen und Verkrampfungen.

Die Bewegungsleistung wird durch Multiple Sklerose stark eingeschränkt, bislang können nur die Symptome gelindert werden, eine Heilung der Krankheit ist nicht möglich. Foto: Flickr/Florianric

Die Bewegungsleistung wird durch Multiple Sklerose stark eingeschränkt, bislang können nur die Symptome gelindert werden, eine Heilung der Krankheit ist nicht möglich. Foto: Flickr/Florianric

Die Entdeckung von Fumarsäureester im Kampf gegen MS verdanken die Forscher einem Zufall. So trat eine deutliche Linderung von MS-Symptomen bei den Patienten ein, die gleichzeitig fumarsäureesterhaltige Präparate gegen Schuppenflechte zu sich nahmen. Auf die anfängliche Vermutung folgten mehrere Studien, nach deren Abschluss Neurologen um den Mediziner Ralf Gold die Wirksamkeit von Fumarsäureester gegen MS nachweisen konnten. Nun können Patienten, die unter Störungen der Motorik und anderen Auswirkungen Multipler Sklerose leiden, darauf hoffen, dass die Symptome dank des neuen Wirkstoffes deutlich gelindert werden können.

Inzwischen kennen die Ärzte auch die Wirkungsweise von Fumarsäureester. Die Nervenfaserbahnen werden von dem Wirkstoff vor Immunstoffen abgeschirmt: „Nervenzellen werden durch eine Firewall vor entzündlichen Botenstoffen geschützt“, erklärte Ralf Gold den Einsatz des Wirkstoffes. Die Fruchtsäure, die sogar als Lebensmittel zugelassen ist und auch im menschlichen Körper vorkommt, wurde in Medikamenten an über 2.400 Patienten erfolgreich getestet.

Fumarsäureester ist, abgesehen von möglichen Verdauungsstörungen, frei von Nebenwirkungen. Die Erfolgsquote der Wissenschaftler aus Bochum gibt Grund zur Freude. Der Wirkstoff sei „hochwirksam und trotzdem ungefährlich – eine neue Erfahrung der MS-Therapie“, sagte Gold. Allerdings können weiterhin nur die Symptome der Krankheit bekämpft werden, MS selbst kann nicht geheilt werden.

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