Prophylaxe

Schlaganfall: Vorbeuge durch Ultraschall

Eine Verengung der Gefäßstütze kann jetzt frühzeitig durch eine Untersuchung mit Ultraschall festgestellt werden. Ebenso lässt sich damit auch die Anzahl von Behinderungen bei Erwachsenen reduzieren, für die Schlaganfälle die Hauptursache sind.

Das Schlaganfall-Risiko für Patienten mit einer Gefäßprothese – einem sogenannten Stent – ist sehr hoch. Die Ursache dafür liegt in einer Zuwucherung des Stents mit körpereigenem Gewebe. Diese Verengung der Halsschlagader kann jetzt allerding frühzeitig diagnostiziert werden. Nötig sei dafür nur eine von einem Experten durchgeführte Untersuchung des Gefäßes mit der sogenannten Duplexsonografie, einer Variante der Ultraschalluntersuchung. Nach einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Ultraschalluntersuchungen in der Medizin (DEGUM) kann ein Facharzt anhand des Blutflusses oder über die Feststellung von Turbulenzen erkennen, ob eine Verengung der Gefäßprothese droht.

Nötig wird ein Stent dann, wenn ein Gefäß durch die Ablagerung von Fett, Kalk und Gewebe, zu verstopfen droht. Etwa jeder fünfte Gehirnschlag geht auf eine Verengung der Halsschlagader zurück. Die Gefäßprothese versucht diese Verengung zu verhindern. „Die Hälfte der Patienten entwickelte später einen Schlaganfall oder verstarb”, sagt Klaus Gröschel, Leiter der Studie. Denn nach der Einbringung des Stents besteht immer die Gefahr, dass das Drahtröhrchen zur Stabilisierung des Gefäßes von körpereigenem Gewebe überwuchert wird.

Die Halsschlagader ist verantwortlich für die Blutversorgung des Gehirns, ihre Verengung erhöht das Risiko eines Schlaganfalles (Foto:Flickr/Patrick J. Lynch)

Die Halsschlagader ist verantwortlich für die Blutversorgung des Gehirns, ihre Verengung erhöht das Risiko eines Schlaganfalles (Foto:Flickr/Patrick J. Lynch)

Besonderen Beobachtungsbedarf sieht Gröschel bei Patienten, bei denen bereits Gefäßoperationen durchgeführt werden mussten. Ein erhöhtes Risiko besteht auch durch den verminderten Blutfluss durch den Stent. „Diese Patienten müssen besonders überwacht werden”, so Gröschel über die Risikogruppe. Hinweise liefere ein Anstieg der Geschwindigkeit, mit der das Blut die Engstelle passiert, sagen die Ärzte.

Mit der Duplexsonografie könnte einer der Hauptursachen von Schlaganfällen in Deutschland effektiv vorgebeugt werden. Derzeit gehen rund 20 Prozent der 200.000 neuen Schlaganfälle und 60.000 der Wiederholungsfälle, auf eine Verengung bei Stents zurück. Als positiver Nebeneffekt ließe sich damit auch die Anzahl von Behinderungen bei Erwachsenen reduzieren, für die Schlaganfälle die Hauptursache sind.

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