Analyse

Teure Patienten: KKH drängt Schwerkranke zu Versicherungswechsel

Versicherte sollen von der gesetzlichen Krankenkasse KKH-Allianz mit einer dubiosen Telefonaktion unter Druck gesetzt worden sein, die Kasse zu wechseln. Die KKH-Allianz wehrt sich gegen die Anschuldigungen und behauptet, sie wollte lediglich ausstehende Beitragszahlungen eintreiben.

In einem Beitrag des ZDF-Magazins „Frontal 21“ sind schwere Vorwürfe gegen die gesetzliche Krankenkasse KKH-Allianz erhoben worden. Sie soll schwerkranke Versicherte mit dubiosen Methoden dazu gedrängt haben, die Krankenkasse zu verlassen. In einer Telefonaktion seien beispielsweise Diabetes- oder HIV-Erkrankte mit der Absicht angerufen worden, sie zu einem Wechsel zu bewegen. Die Reaktion der Kunden wurde schriftlich festgehalten. Als die Methode bei manchen Patienten Wirkung zeigte, wurde dies intern zynisch als Erfolg verbucht. Dem ZDF liegen entsprechende Dokumente vor. Diese dokumentieren ein systematisches Vorgehen der Krankenkasse.

Die KKH-Allianz mit Sitz in Hannover wehrt sich gegen die Anschuldigungen und bezeichnet diese als unhaltbare Unterstellungen. Ihre Erklärung: Mit der Telefonaktion sollten lediglich ausstehende Beitragszahlungen eingetrieben werden. In einer Stellungnahme, die den Deutschen Wirtschafts Nachrichten vorliegt, weist die Krankenkasse ausdrücklich darauf hin, dass es nicht Ziel der Telefonate war, Mitglieder zum Kassenwechsel zu bewegen. Das Alter, Geschlecht oder die Erkrankungen hätten dabei keine Rolle gespielt. Außerdem habe die Versicherung per Gesetz die Einzugsermächtigung für die Beiträge erhalten. Ein Großteil der Rückstände, 97 Prozent, seien beglichen worden, heißt es in der Stellungnahme weiter. Trotzdem werde das Unternehmen umgehend interne Untersuchungen zur Klärung der Anschuldigungen einleiten. Die KKH-Allianz zählt nach eigenen Angaben rund 1,4 Millionen Mitglieder.

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