Diagnose

Ärzte entdecken bakterielle Ursachen von Fettleibigkeit

Dresdner Forschern können mit ihrer Methode neue Möglichkeiten zur Darmbehandlung schaffen. Dabei werde der Stoffwechsel verbessert, der so den Gewichtsverlust fördere. Ob die veränderten Darmbakterien wiederum eine andere Krankheit auslösen können, müsse jedoch noch weiter erforscht werden.

Denn „die neu hinzugekommenen Darmkeime der Probanden können möglicherweise Impulsgeber für neue Krankheiten sein”, so der Mediziner über eventuelle Negativfolgen. Für die Zukunft ist Bornstein dennoch optimistisch

„Die Veränderung der bakteriellen Flora ist durch eine Reduzierung bestimmter Keime gekennzeichnet, während die Anzahl anderer Keime ansteigt”, Patienten können durch eine Veränderung der bakteriellen Zusammensetzung in der Darmflora Gewicht verlieren. Ärzte des Universitätsklinikums Dresden konnten bei Diabetes 2-Patienten eine günstige Entwicklung der Darmflora bewirken und so deren Stoffwechsel verbessern. Zuvor wurde bei den Patienten ein Magenbypass zur Gewichtsreduktion installiert, der die Veränderungen im Darm einleitete.

Darmbakterien haben einen entscheidenden Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Foto: Creative Commons/Eric Erbe

Darmbakterien haben einen entscheidenden Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Foto: Creative Commons/Eric Erbe

Drei Monate nach dem Eingriff konnten die Ärzte feststellen, dass sich die Art der vorherrschenden Bakterien im Darm zu Gunsten der Patienten verändert hatte. Während vor der Operation ein Bakterientyp vorherrschend war, der vermehrt Kohlenhydrate verwertet und damit Fettleibigkeit fördert, dominierte nach der Operation eine andere Bakterienart. Der neue Typus neigt dabei dazu, Zucker ungenutzt wieder auszuscheiden, was zu Gewichtsverlust führt.

„Die Veränderung der bakteriellen Flora ist durch eine Reduzierung bestimmter Keime gekennzeichnet, während die Anzahl anderer Keime ansteigt”, beschreibt der Humanmediziner Stefan R. Bornstein die Beobachtungen im Anschluss an die Bypass-Operationen. Zudem weist er auf eine „deutliche Verbesserung” des Stoffwechsels hin. Bei Fettleibigkeit und Diabetes kommt es somit zu einer Verbesserung der Krankheitssituation.

Übereilter Euphorie erteilt Bornstein jedoch vorerst eine Absage. Denn „die neu hinzugekommenen Darmkeime der Probanden können möglicherweise Impulsgeber für neue Krankheiten sein”, so der Mediziner über eventuelle Negativfolgen. Für die Zukunft ist Bornstein dennoch optimistisch und erwartet in diesem Bereich weitere Erkenntnisse. So könnten therapeutische Ansätze entwickelt werden, die die Darmflora gezielt zur Verbesserung der Gesundheit verändern.

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