Gesundheit

Grippe bei Schwangeren erhöht Risiko für autistische Kinder

Bei der Einnahme von Antibiotika, während einer Schwangerschaft, besteht für das Ungeborene die Gefahr, an Autismus zu erkranken. Das Robert-Koch-Institut zweifelt jedoch bisher an der dänischen Studie.

Werdende Mütter, die in der Schwangerschaft länger als eine Woche an Grippe oder Fieber leiden, haben ein größeres Risiko, ein autistisches Kind zu bekommen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie von dänischen Forschern. Sie kamen außerdem zu dem Schluss, dass auch die Einnahme von Antibiotika das Autismis-Risiko erhöht.

Für die Studie wurden die Daten von rund 97.000 Frauen mit Geburten im Zeitraum von 1997 bis 2003 analysiert. Die Forscher fanden keinen Zusammenhang zwischen Müttern mit gewöhnlichen Erkältungen oder Geschlechtskrankheiten und autistischen Ausprägungen ihrer Kinder. Aber Mütter mit einem Influenza-Virus hatten ein doppelt so hohes Risiko, ein Kind mit Autismus auf die Welt zu bringen. Bei Frauen, die in ihrer Schwangerschaft länger als sieben Tage Fieber hatten, stieg das Risiko sogar um das Dreifache.

Werdende Mütter sollten sich vor einer Influenza-Grippe in Acht nehmen. Foto: Flickr\Schwangerschaft

Werdende Mütter sollten sich vor einer Influenza-Grippe in Acht nehmen. Foto: Flickr\Schwangerschaft

Jedoch hoben die Forscher den explorativen Charakter ihrer Ergebnisse hervor: „Die Studie sondiert das Thema erst einmal und es braucht noch mehr Forschung, um festzustellen, wie Schwangerschafts-Infektionen und andere Risikofaktoren das Autismus-Risiko beeinflussen“, betonte Coleen Boyle, Leiterin der Studie. „Wir brauchen mehr Informationen, um ein besseres Gefühl zu erhalten, was hier vorgeht“, so Boyle weiter.

Das Robert Koch-Institut reagierte skeptisch auf die Ergebnisse der Studie: „Ich habe davon noch nie etwas gehört“, sagte eine Sprecherin des Instituts den Deutschen Gesundheits Nachrichten. Die Autismusforscherin Irva Hertz-Picciotto beurteilte die Ergebnisse als trotzdem „bemerkenswert“. Besonders der Umfang der Studie sei aufschlussreich, meinte Hertz-Picciotto, die nicht an der Studie beteiligt war. Erst einmal sollte jedoch die Standardempfehlung für Schwangerschaften aufgrund der neuen Ergebnisse nicht geändert werden, meinten führende Wissenschaftler.

Abgesehen vom Autismus-Risiko sind Grippeinfektionen von werdenden Müttern gut für die Kinder. „Eine Grippe während der Schwangerschaft schützt das Kind bis zu sechs Monate vor einer Infektion, wenn es am Leben ist“, sagte Denise Jamieson, Leiterin der Abteilung für die Gesundheit von Frauen einer US-Gesundheitsbehörde.

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