Krebsforschung

Neue Therapie für die Bekämpfung von Brustkrebs entdeckt

Eine alternative Nachbehandlung kann die Rückfallquote von Brustkrebs deutlich senken. Englische Forscher fanden heraus, wie die Ausbreitung von Brustkrebs auf weitere Organe künftig gestoppt werden kann.

Ärzte der englischen Universität Nottingham haben herausgefunden, dass der Einsatz eines bestimmten Medikaments bei Brustkrebspatienten dazu beiträgt, die Abwehrmechanismen gegen den Krebs zu stärken. Bei dem Medikament handelt es sich um das kostengünstige und verhältnismäßig unschädliche Cyclophosphamid. Dieses sorgt dafür, dass das körpereigene Immunsystem weniger regulatorische T-Zellen hervorbringt. Über die regulatorischen T-Zellen steuert der Körper die Immunabwehr, um zu vermeiden, dass eigene Zellen angegriffen werden. Eine hohe Zahl an T-Zellen ist dabei gleichbedeutend mit einer verminderten Tätigkeit der Immunabwehr.

Ein Team um Oleg Eremin, den leitenden Wissenschaftler der Krebsforschung in Nottingham, konnte feststellen, dass die Anzahl der T-Zellen bei Brustkrebspatientinnen bis um das Sechsfache erhöht war. Die vielen T-Zellen sorgten bei den Krebspatientinnen für eine Schwächung der Immunabwehr, indem sie die Zahl der Abwehrkräfte beschränkten. Die Krebszellen konnten somit nicht effektiv bekämpft werden. Dementsprechend leicht fiel es dem Krebs, sich auszubreiten.

Durch eine Mammographie kann Brustkrebs frühzeitig diagnostiziert werden. Neue medizinische Erkenntnisse eröffnen jetzt zusätzliche Behandlungsmethoden. (Foto: Wikimedia/Joseph Moon)

Durch eine Mammographie kann Brustkrebs frühzeitig diagnostiziert werden. Neue medizinische Erkenntnisse eröffnen jetzt zusätzliche Behandlungsmethoden. (Foto: Wikimedia/Joseph Moon)

Mit dem Einsatz von Cyclophosphamid schaffte es Oleg Eremin in 35 Fällen, die Menge der regulatorischen T-Zellen auf ein normales Niveau zu reduzieren und so die Immunabwehr gegen den Krebs zu stärken. Negative Auswirkungen von Cyclophosphamid auf das Immunsystem konnten dabei nicht festgestellt werden. Nach einer erfolgreichen Chemotherapie und der Absetzung des Medikaments beobachteten die Forscher jedoch einen erneuten Anstieg der regulatorischen T-Zellen im Blut. Eremin geht davon aus, dass die neuerliche Erhöhung der T-Zellen-Zahl auf resistente Krebszellen zurückzuführen ist, die im Körper verblieben sind.

Solange die verbliebenen Krebszellen für ein hohes Level an regulatorischen T-Zellen sorgen, besteht jedoch ein erhöhtes Risiko, dass sich der Krebs wiederholt ausbreitet. Die Wissenschaftler testen daher, ob eine fortlaufende Anwendung von Cyclophosphamid bei der Nachbehandlung dauerhaft in der Lage ist, die Zahl der T-Zellen zu kontrollieren. Sollte sich die Vermutung der Wissenschaftler als richtig herausstellen, könnten die T-Zellen reguliert und das Immunsystem der Patienten dauerhaft stabilisiert werden. Eine geringere Krebsrückfallquote wäre die positive Folge.

Ein weiterer Schritt im Kampf gegen Brustkrebs könnte bald britischen Forschern um die Zellbiologin Clare Isacke gelingen. Sie fanden heraus, wie sich die Ausbreitung von Brustkrebs auf andere Organe, wie Lunge oder Leber, verhindern lässt. Bei ihrer Verbreitung binden sich die Krebszellen zunächst an die Oberfläche von Blutgefäßen. Dafür benötigen die Krebszellen jedoch ein bestimmtes „verbündetes“ Protein. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich das Protein durch den Einsatz spezieller Medikamente ausschalten lässt. Zwar bedarf es zur Neutralisierung des Proteins noch zusätzlicher Forschung. Doch scheint der Ansatz geeignet, die Ausbreitung von Brustkrebs auf weitere Organe in Zukunft zu unterbinden.

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