Fortschritt

Maske steuert nächtliche Atmung bei Herzschwäche-Patienten

Empfindliche Sensoren erlauben eine gezielte Dosierung der Luftzufuhr an den Patienten während des Schlafs. Eine spezielle Software ermittelt dabei die Atmewege.

Der kürzlich vorgestellte Apparat mit dem Namen PaceWave wurde speziell für die Anwendung bei Patienten mit Herzschwäche konzipiert. Diese Patienten leiden häufig unter nächtlichen Atemregulationsstörungen. Ein unruhiger Schlaf ist die Folge. Die Störungen zeichnen sich durch eine unregelmäßige Anzahl und variierende Tiefe der Atemzüge aus. Es kommt auch immer wieder zu kurzen Atempausen. Experten nennen das eine Cheyne-Stokes-Atmung. „Dabei können sich die Atemwege komplett verschließen und es kommt zu den gefürchteten Aussetzern”, erklärt Olaf Oldenburg, Leiter des Schlaflabors in Bad Oeynhausen, den Vorgang. Die unzureichende Atmung führt zu einem Absinken des Sauerstoffgehaltes im Blut. Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrations- und Leistungsschwäche sind die Konsequenzen am darauffolgenden Tag.

Im Schlaflabor können nächtliche Atemstörungen festgestellt werden. Ein entsprechendes Atemgerät macht mögliche Anomalien auch zu Hause therapierbar. (Foto: Flickr/D.P. Rubino)

Im Schlaflabor können nächtliche Atemstörungen festgestellt werden. Ein entsprechendes Atemgerät macht mögliche Anomalien auch zu Hause therapierbar. (Foto: Flickr/D.P. Rubino)

Besserung verspricht das von Olaf Oldenburg mitentwickelte Gerät. Bei der Anwendung trägt der Patient eine Atemmaske. Darin integrierte Sensoren analysieren jeden Atemzug des Patienten. Anhand der Anzahl und Tiefe der Atemzüge berechnet der Apparat dann die Menge an zusätzlicher Luft, die dem Schlafenden zugeführt werden muss. Selbst den Druck, mit dem die Luft zugeführt wird, berechnet PaceWave der Situation entsprechend. „Eine spezielle Software kann exakt ermitteln, wie weit die Atemwege zufallen und unmittelbar darauf mit der richtig angepassten Dosierung der Luft reagieren”, beschreibt Oldenburg die Funktionsweise des Atemgerätes.

Ein erster Prototyp des Geräts wurde bereits im Jahr 2001 klinisch getestet. Mehrere Studien konnten seitdem die positiven Auswirkungen des Atemgeräts belegen. So führt ein regelmäßiger, nächtlicher Einsatz zu einer deutlichen Verbesserung der Herzfunktion, was sich positiv auf die Lebenszeit auswirken kann. Zudem werden die negativen Folgeerscheinungen des nächtlichen Sauerstoffmangels behoben. Die Bad Oeynhausener Kardiologen empfehlen Menschen mit Herzinsuffizienz, sich in einem Schlaflabor untersuchen zu lassen, um zu prüfen, ob eine nächtliche Atemstörung vorliegt. Ein Atemgerät kann dann bei Bedarf, mit Zuzahlung der Krankenkasse, bezogen werden.

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